15:50 BAUPRAXIS

Ein Origami-Haus, das sich selbst aufbaut

Mehr Mobilität im Immobilienmarkt ermöglichen. Das war das Ziel der britischen Firma Ten Fold bei einer eigenartigen Geschäftsidee. Das Resultat zeigt eine kompakte Kiste, die sich in nur zehn Minuten zum kleinen Haus entfaltet – wie ein Origami.

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Der Architekt David Martyn, Geschäftsführer des Unternehmens in Südostengland, entwickelte zusammen mit vier Ingenieuren die spezielle Unterkunft, deren Wände, Böden und Decken platzsparend verstaut sind und sich leicht entfalten lassen. Nach sechs Prototypen wird das selbständige Haus nun Realität: Bis Ende September soll es ein voll funktionstüchtiges Vorführmodell geben.

Entgegen der Erwartung, ist die seltsame Behausung kein Hightech- sondern ein Lowtech-Produkt. Laut Martyn nutzen die Strukturen von Ten Fold keine Computer oder Netzwerke, sondern einfach nur Physik. So setzt sich das System aus Winden, Hebeln und Gegengewichten zusammen, die die Bauelemente mithilfe der Schwerkraft in die richtige Position bringen. Den Anfang machen die Decke und der Boden, die mit dem Entfalten Hebelmechanismen an die Aussenseite der Konstruktion schieben. Dabei erscheinen auch gleich Ausleger, die dem Haus die nötige Stabilität verleihen. Daher brauchen die Ten-Fold-Behausungen auch kein Fundament, sondern nur einen ebenen und festen Untergrund.

Das jetzige Modell mit Namen «TF-64» ist im Normalzustand eine kompakte Kiste, die neun Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,98 Meter hoch ist. Nach der zehnminütigen Ausklapp-Phase kann das Haus eine Fläche von 64 Quadratmetern vorweisen. Da der Rahmen der Konstruktion aus Stahl besteht, besitzt das Haus dementsprechend auch ein stattliches Gewicht: Zusammen mit den Wänden bringt es 20 Tonnen auf die Waage.

Zur Wohnfläche gehört denn auch ein Stauraum und für die Innenaufteilung bietet das britische Unternehmen verschiedene Designs an. So kann sogar die Position der Fenster und Türen angepasst werden und der Besitzer kann zwischen verschiedenen Materialien und Farben für die Wände, Böden und das Dach wählen. Daneben sind auch Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser vorgesehen, wie die Ingenieure mitteilen. Wer jedoch das autarke Leben vorziehe, könne auch Solarpaneele, Wassertanks und eine Kompost-Toilette einbauen lassen. (pb/mgt)

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