16:17 BAUPRAXIS

Baumaschinen und Arbeitssicherheit: Anschnallen, bevor man losfährt

Teaserbild-Quelle: Suva

Das Tragen von Sicherheitsgurten auf Baumaschinen ist Pflicht und rettet Leben. Denn der Überrollschutz oder die Führerkabine schützen nur dann, wenn man angeschnallt ist. Die Suva betont mit Nachdruck, dass drei Sekunden für die Handgriffe gut investierte beziehungsweise unabdingbare Zeit ist.

Anschnallen

Quelle: Suva

Anschnallen und abschnallen dauern lediglich drei Sekunden. Abspringen von der Maschine ist gefährlich.

Ein Handgriff, Klick – maximal drei Sekunden. Gut investierte Zeit für einen Lebensretter. Könnte man meinen. Wir sprechen vom Angurten. Was im Strassenverkehr eine Selbstverständlichkeit ist, wird bei der Arbeit wenig beachtet. Nur jede zehnte Person trägt den Sicherheitsgurt auf Baumaschinen – das zeigt eine Auswertung der Kontrollberichte der Suva. 

Jährlich ereignen sich über 1700 Unfälle mit Beteiligung von Baumaschinen. Wie hoch der Anteil der verunfallten Personen ist, die sich wegen «Nicht-Anschnallen» Verletzungen zuführen, ist schwierig zu sagen. Was jedoch gesichert ist: mindestens zwei Personen sterben jährlich, weil sie sich bei der Arbeit auf Baumaschinen nicht angegurtet haben. Sie wurden vom kippenden Fahrzeug geschleudert und anschliessend von ihm erdrückt.

Arbeitgeber sind verpflichtet  Unfälle zu verhüten

Der Arbeitgeber steht bei der Verhütung von Unfällen in der Pflicht. Wer eine Baumaschine fährt, braucht dazu eine Ausbildung. Denn das Führen der Gefährte – auch der kleineren Gewichtsklassen – ist eine Tätigkeit, die mit besonderen Gefahren verbunden ist. Nebst der Ausbildung ist auch eine ausreichende und angemessene Instruktion für das Bedienen der Maschine wichtig. 

Daraus lässt sich die Pflicht für den Arbeitgeber ableiten, dass er über die Gefahren bei der Arbeit mit Baumaschinen informiert ist und die Befestigung der Sicherheitsgurte durchsetzen muss. Auch der Überrollschutz oder die Führerkabine dürfen auf keinen Fall manipuliert werden. 

Argumente für das Angurten

Die Arbeitsrealität ist von Hektik und Zeitdruck geprägt. Da ist jeder zusätzliche Handgriff einer zu viel. Drei Argumente hören Sicherheitsbeauftragte immer wieder, wenn sie aufs Angurten pochen: Es kostet zu viel Zeit, ich kann im Notfall abspringen, im flachen Gelände kann ja nichts passieren. 

Was ist dem entgegensetzen? Anschnallen und abschnallen dauern lediglich drei Sekunden. Abspringen von der Maschine ist ein grosser Fehler. Wenn das Gefährt ins Kippen kommt, endet der Absprungversuch meist tödlich – man wird überrollt oder eingeklemmt. Der Überrollbügel oder die Führerkabine schützen dabei nicht. Auch im flachen Gelände kann eine Baumaschine während der Fahrt bereits wegen kleinen Unebenheiten oder Objekten kippen.

Das Tragen von Sicherheitsgurten auf Baumaschinen ist Pflicht und rettet Leben. Denn der Überrollschutz oder die Führerkabine schützen nur dann, wenn man angeschnallt ist. (mgt/cet)

Drei Sekunden können Leben retten

  • Sich an- und abzuschnallen dauert nur drei Sekunden und kann Leben retten. Mindestens zwei Personen sterben pro Jahr, weil sie sich auf Baumaschinen nicht angegurtet haben.
  • Auch in flachem Gelände kann bereits eine kleine Unebenheit oder ein Objekt auf dem Weg die Maschine zum Kippen bringen.
  • Der Überrollschutz oder eine Führerkabine schützen nur, wenn man angeschnallt ist.
  • Rechtzeitig abspringen zu können ist ein fataler Trugschluss und birgt die Gefahr, von der Maschine erdrückt zu werden.

Was Unfälle während der Arbeit in und mit Baumaschinen auslösen kann

  • ·         Nicht bestimmungsgemässe Bedienung
  • ·         Fehlende Ausbildung
  • ·         Fehlende oder ungenügende Instruktion
  • ·         Nicht beherrschen der Baumaschine bzw. des Gerätes.
  • ·         Defekte Sicherheitsgurte oder Manipulation der Schutzeinrichtung

Mehr Informationen: 
www.suva.ch/sicherheitsgurt

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