12:52 BAUBRANCHE

Wirtschaft kann laut HSG-Experte CO2-Emissionen und Wachstum entkoppeln

Teaserbild-Quelle: Subhara Jyoti Paul, Unsplash

Unternehmen können ihren Umsatz steigern und gleichzeitig ihre absoluten CO2-Emissionen senken. Wie gut das gelingt, hängt vom Geschäftsmodell ab. So sieht es Rolf Wüstenhagen, Professor für Management erneuerbarer Energien an der Universität St. Gallen (HSG). Weshalb das so ist, erklärte er in einem Interview.

«Für einen Öl- und Gasproduzenten ist es schwieriger, weil der Umsatz davon abhängt, wie viel Öl und Gas verkauft wird», sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Auch die Luftfahrt stehe vor einer grossen Herausforderung.

Für Dienstleistungsunternehmen erachtet er eine solche Entkopplung hingegen als vergleichsweise einfach, wenn die Emissionen etwa durch Heizung und Kühlung von Gebäuden entstehen. Schliesslich lässt sich die Heizung zum Beispiel durch eine Wärmepumpe ersetzen. Zudem gibt es schon heute laut Wüstenhagen in CO2-intensiven Branchen nachhaltige und wettbewerbsfähige Lösungen: «Speditionen können mit Elektro-Lkw ihre CO2-Emissionen senken und sich gleichzeitig unabhängig von hohen Ölpreisen machen.»

Weniger abhängig von schwankenden Ölpreisen werden

Nachhaltigkeit kann sich dabei auch wirtschaftlich auszahlen. Laut Wüstenhagen können Unternehmen mit klimafreundlichen Technologien unter anderem ihre Abhängigkeit von schwankenden Ölpreisen verringern.

Schwieriger wird die Reduktion der Emissionen, wenn sie beim Lieferanten oder dem Kunden entstehen. Diese sogenannten Scope-3-Emissionen sind für Firmen weniger direkt steuerbar. «Das ist eine Knacknuss», so Wüstenhagen. Unternehmen könnten aber auch hier Einfluss nehmen, etwa indem sie nachhaltigere Lieferanten auswählen oder Kunden klimafreundliche Produkte anbieten. Für die meisten Unternehmen sei der Weg zur Klimaneutralität grundsätzlich möglich. Bei Konzernen wie BP und Shell ist die Umstellung gemäss Wüstenhagen allerdings besonders anspruchsvoll, da ihr Kerngeschäft auf fossilen Brenn- und Treibstoffen beruhe.

Wüstenhagen warnt hier vor einer zu kurzfristigen Sicht auf die Rendite: «Solange das Geschäft profitabel ist, vernachlässigen die Marktteilnehmer die Klimarisiken.» (awp sda/mai)

Das ganze Interview auf der Website der Universität St. Gallen lesen: www.unisg.ch


Auch interessant

Anzeige

Firmenprofile

Albanese Baumaterialien AG

Finden Sie über die neuen Firmenprofile bequem und unkompliziert Kontakte zu Handwerkern und Herstellern.

Reports

construction-report

Die neuen Baublatt Reports

Neben dem Report Baublatt Project Categories (ehem. Baublatt Analyse), bieten wir ab sofort zwei weitere brandneue Reports als Zusatz. Erfahren Sie hier was Baublatt Top Players und Baublatt Regional Projects zu bieten haben – wie gewohnt digital, prägnant und graphisch auf den Punkt gebracht.

Dossier

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten
© James Sullivan, unsplash

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten

Dieses Dossier enthält die Artikel aus den letzten Baublatt-Ausgaben sowie Geschichten, die exklusiv auf baublatt.ch erscheinen. Dabei geht es unter anderem um die Baukonjunktur, neue Bauverfahren, Erkenntnisse aus der Forschung, aktuelle Bauprojekte oder um besonders interessante Baustellen.

Bauaufträge

Alle Bauaufträge

Newsletter abonnieren

newsico

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.