Winterthur will Wärmenetze für 100 Millionen Franken ausbauen
Die Stadt Winterthur will 100 Millionen Franken in den Ausbau der Wärmenetze investieren. Steuergelder würden dafür nicht gebraucht, die Investition finanziere sich über die Einnahmen des Wärmeverkaufs, teilte der Stadtrat am Freitag mit.
Grundlage für den Ausbau ist der 2024 beschlossene Masterplan «Wärmenetze», der vorgibt, welche Gebiete mit welcher Priorität durch städtische Wärmenetze erschlossen werden sollen. Der aktuelle Rahmenkredit von 70 Millionen Franken sei nahezu ausgeschöpft, heisst es in der Mitteilung.
Mit dem neuen Kredit von 100 Millionen Franken soll das Tempo beim Ausbau des städtischen Wärmenetzes gehalten werden, so Stadtrat Stefan Fritschi in der Mitteilung. Gleichzeitig soll damit auch die Finanzkompetenz delegiert werden: Stadtwerk Winterthur soll Ausgaben bis 900'000 Franken selbst beschliessen, Projekte bis 6 Millionen Franken der Stadtrat und solche ab 6 Millionen Franken das Stadtparlament.
30 Kilometer Wärmenetze
Die städtischen Quartierwärmeverbünde umfassen heute bereits 30 Kilometer Wärmenetze sowie sieben Heizzentralen und Umformerstationen. Neben dem Ausbau sollen mit dem Rahmenkredit gemäss Mitteilung auch sogenannte Energie-Contracting-Leistungen finanziert werden. Dabei handelt es sich um Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb von grossen Wärme- oder Kälteversorgungsanlagen.
Winterthur baut die Wärmenetze schon länger aus. 2023 beschloss der Stadtrat ein Massnahmenpaket. Rund 45 Prozent des Wärmebedarfs können laut einer Studie durch städtische Wärmenetze gedeckt werden, hiess es damals. Für die restlichen 55 Prozent brauche es private Lösungen. In den städtischen Wärmenetzen soll die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage den grössten Teil der Energie liefern.
Die Kreditvorlage geht nun ans Stadtparlament. 2027 soll das Stimmvolk darüber entscheiden. (pb/mgt/sda)