Sika startet mit Umsatzrückgang ins Jahr 2026
Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika ist verhalten ins laufende Geschäftsjahr gestartet. Sehr hohe Wechselkurseffekte und schwache Baumärkte haben den Innerschweizern einen Umsatzrückgang beschert. Die Prognosen werden gleichwohl bestätigt.
Von Januar bis März setzte Sika mit seinen Produkten, die
etwa zur Verstärkung und Abdichtung von Baumaterialien verwendet werden, 2,49
Milliarden Franken um. Das sind 7,0 Prozent weniger als im ersten Quartal des
Vorjahres, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Die Aufwertung des Schweizer Franken, insbesondere gegenüber
asiatischen Währungen und dem US-Dollar, schmälerte den Umsatz dabei um 7,9
Prozent. In Lokalwährungen betrachtet ist Sikas Umsatz also um 0,9 Prozent
gewachsen.
Dazu steuerten Akquisitionen 1,1 Prozent bei – organisch ist
Sika zu Jahresbeginn damit um 0,2 Prozent geschrumpft. Seit dem dritten Quartal
2025 kann Sika nicht mehr aus eigener Kraft wachsen.
Damit zeigt die Tendenz allerdings wieder nach oben. 2025
war Sika organisch noch um 0,4 Prozent geschrumpft. Und das Unternehmen hat
auch deutlich besser abgeschnitten, als Analysten erwartet hatten. Diese hatten
im Schnitt mit einem organischen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent gerechnet.
Marktanteile gewonnen
Der bessere Wert könnte zumindest teilweise auf die
Marktanteilsgewinne zurückgeführt werden, die auch von Firmenchef Thomas Hasler
in dem Communiqué herausgestrichen wurden. Mit anderen Worten: Sika hat seinen
Konkurrenten Marktanteile abgejagt. Und das in allen Regionen.
Die schwache Entwicklung hängt nicht zuletzt auch mit der
schwachen Nachfrage aus China zusammen, wo das Baugeschäft erneut zweistellig
schrumpfte. Bereinigt um diesen Effekt wäre Sika organisch um 1,0 Prozent
gewachsen, betonte das Unternehmen.
Auf diese Entwicklung hatte Sika bereits vergangenen Herbst
mit einem Stellenabbau reagiert. Das Sparprogramm soll alleine in diesem Jahr
80 Millionen Franken an Einsparungen einspielen.
Naher Osten unter Beobachtung
Ein besonderes Augenmerk legt Sika auf die Entwicklungen im
Nahen Osten. Man beobachte die Auswirkungen der Ereignisse sehr aufmerksam, um
frühzeitig «entsprechende Massnahmen» zu ergreifen, erklärte der Konzern. Damit
sind laut Analysten wohl Preiserhöhungen im Falle eines anhaltend hohen
Ölpreises gemeint.
Auch im Tagesgeschäft spürte Sika den Iran-Konflikt: Im
Nahen Osten habe sich die Bautätigkeit im März verlangsamt – nach einem
zweistelligen Wachstum in den beiden Monaten davor. Detaillierte Zahlen zur
Region nennt Sika nicht – Analysten schätzen den Umsatzbeitrag auf rund 4
Prozent.
Angesichts der Lage im Nahen Osten rechnet Sika auch
weiterhin mit einem verhaltenen Umfeld und einem tief einstellig schrumpfenden
Markt. In diesem Umfeld will Sika den in Lokalwährungen gerechneten Umsatz
unverändert um 1 bis 4 Prozent steigern. Die Betriebsgewinn-Marge soll auf 19,5
bis 20,0 Prozent steigen, nach 18,4 Prozent in 2025.
Von der Börse gibt es Applaus: Gegen 10.50 Uhr verteuern sich Aktien von Sika Namen um fast 9 Prozent. Möglicherweise habe Sika nun die Talsohle hinter sich gelassen, hiess es in Handelskreisen. (awp sda)