09:11 BAUBRANCHE

Quartalsbericht 3/2020: Hochbau steht vor Herausforderung

Teaserbild-Quelle: Stefan Schmid

In der Schweiz deuten die Frühindikatoren im 3.Quartal auf eine verhaltene Entwicklung der Hochbautätigkeit. Während Einfamilienhäuser dem Wohnbau Schub verleihen, hat die Industrie ihre Investitionen zurückgefahren. Wenig robust zeigt sich der Bürobau. Impulse setzen werden der Schul- und Spitalbau. Covid-19 hat viele Länder wieder im Griff. Eine Normalisierung wird sich hinziehen.

Bei der Hochbautätigkeit des Schweizer Bauhaupt- und Ausbaugewerbes wird sich die Abschwächung beschleunigen. Im 3.Quartal verzeichnete die auf Basis von Gesuchen ermittelte Bausumme gegenüber dem Vorjahresquartal einen Rückgang von 4,9 Prozent, während das Minus im Vorquartal 2,0 Prozent betrug. Die Zahl der Eingaben für Hochbauprojekte nahm im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahr aber um 13,8 Prozent zu.

Die Abwärtsbewegung bei der projektierten Bausumme verstärkt hat sich vor allem bei der Entwicklung des Wohnbaus. Gesamthaft gingen die geplanten Investitionen in Wohnbauten um 2,9 Prozent zurück. Dass das statistische Ergebnis nicht ganz so düster ausfiel, ist auf den geplanten Bau von Einfamilienhäusern (EFH) zurückzuführen. Die Segmentsumme legte im 3.Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 20,1 Prozent zu nach vergleichsweise bescheidenen, aber stabilen Zuwachsraten in den beiden ersten Quartalen. Das Neubaugeschäft wird etwas mehr profitieren können als der Bereich An- und Umbauten.

Weniger Mehrfamilienhäuser 

Der Bau von Mehrfamilienhäusern (MFH) dagegen dürfte an Dynamik einbüssen. Die projektierte Summe ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,6 Prozent zurück, drehte stärker ins Minus als in den drei Monaten davor und lag ebenso deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Bei den mehrstöckigen Wohnrenditeliegenschaften dürfte künftig das Neubaugeschäft weniger betroffen sein als projektierte An- und Umbauten. 

Bereits in den beiden ersten Quartalen waren die geplanten Investitionen in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr markant tiefer. Für die kommenden sechs bis 18 Monate gehen aber die Immobilienspezialisten der Credit Suisse nach wie vor von einer Ausweitung des Mietwohnungsbestands aus, da trotz des durch Corona bedingte Nachfrageschocks das finanzielle Umfeld mit Negativzinsen noch länger anhalten werde. Mit dieser Ausgangslage sei es aus Anlegersicht trotz steigender Leerstände nach wie vor attraktiv, in Mietwohnungen zu investieren. 

Tatsächlich haben die Bestände leerer Wohnungen erneut zugenommen. Die Leerstandquote lag laut Erhebungen des Bundesamts für Statistik neu bei 1,72 Prozent (Vorjahr: 1,66%). Während die Quote in den Zentren tief ist, stehen vor allem im Tessin (2,7%) sowie im Mittelland und in der Ostschweiz überdurchschnittlich viele Wohnungen leer (je 2,1%). Aufgrund der geringeren Zuwanderung wurden im ersten Halbjahr zwar weniger Wohnungen nachgefragt, doch blieb der Wanderungssaldo insgesamt stabil, weil auch der Wegzug aus der Schweiz rück- läufig war, da mehr Menschen angesichts der Krise dort blieben, wo sie waren.

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