11:07 BAUBRANCHE

Neues Tool hilft Umweltrisiken frühzeitig zu identifizieren

Teaserbild-Quelle: Claudia Bertoldi

Mit einem neuen Tool lassen sich Umweltrisiken bei Projekten im Infrastrukturbau kostenlos rasch und einfach identifizieren. Entwickelt wurde es von der Hochschule für Technik Rapperswil im Auftrag von Infra Suisse.

Baustelle

Quelle: Claudia Bertoldi

Bau und Rückbau von Infrastrukturen bergen häufig verdeckte Umweltrisiken (Symbolbild).

«InfraEco» heisst eine neue kostenlose Online-Plattform, mit der Umweltrisiken bei Bauvorhaben frühzeitig festgestellt werden können. Bereitgestellt wird sie von Infra Suisse, dem Verband der Schweizer Infrastrukturbauer. Der Bau und der Rückbau von Infrastrukturen bergen häufig verdeckte Umweltrisiken, wie Infra Suisse in einer Medienmitteilung schreibt. Diese Risiken würden selbst mit Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) nicht offenkundig.

Reputationsschäden und Mehrkosten

Es bestehe deshalb Bedarf, Infrastrukturprojekte schon in der Frühphase während der Projektierung und vor Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung zu beurteilen. Es sei auch wichtig, Umweltrisiken im weiteren Sinne frühzeitig zu identifizieren, die nicht Bestandteil der Umweltverträglichkeitsprüfung sind. Würden solche Risiken nicht in die Planung einbezogen, könne dies zu Reputationsschäden bei allen Beteiligten führen und Mehrkosten durch Baustopps oder zusätzliche Arbeiten verursachen.

Fünf Ebenen

Entwickelt wurde «InfraEco» vom Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik (UMTEC) der Hochschule für Technik Rapperswil. Neben den wichtigsten Umweltrisiken wurden auch die im Umweltbereich relevanten Gesetzestexte, Verordnungen, Wegleitungen und Richtlinien sowie die Suva-Werte für die maximale Arbeitsplatz Konzentration (MAK) erfasst.

«InfraEco» ist in fünf Bereiche gegliedert: Die erste Ebene umfasst allgemeine Informationen zur Art des Bauvorhabens wie Ort und Projektlaufzeit. Die zweite Ebene bilden potenzielle Risikoauslöser wie Abfälle, Abwässer und Baumaschinen. Die dritte Ebene enthält die Risikovermittler wie Schadstoffemissionen, die vierte Ebene die betroffenen Schutzgüter wie Wasser, Luft und Boden. Die Ebene der Risikovermittler stellt das Bindeglied zwischen den potenziellen Risikoauslösern und den betroffenen Schutzgütern dar. Die fünfte Ebene bildet die identifizierten Risiken in einer Matrix ab. Das UMTEC hat auf der Grundlage dieser Dokumente den Algorithmus entwickelt.

Strukturierter Fragenkatalog

Wer die Plattform benutzt, wird durch einen strukturierten Fragenkatalog geführt. Anhand der Antworten werden mögliche umweltrelevante Risiken identifiziert und bewertet. So entsteht in wenigen Minuten ein Umweltrisiken-Profil mit allen kritischen Punkten und Hinweisen zu relevanten Gesetzesartikeln, Verordnungen, Wegleitungen, Richtlinien und Grenzwerten, wie Infra Suisse weiter erklärt.

Von «InfraEco» profitieren ausführende Bauunternehmen, projektierende Planerinnen und Planer und Behörden oder Bauherrschaften, die sich ein Bild von möglichen Umweltrisiken machen wollen. Im Vordergrund stehen aktuell Projekte in den Bereichen Strassen, Tunnel, Brücken und Gleise. (mgt)


Anzeige

Dossier

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion Zürich (FRZ) veröffentlicht im August gemeinsam mit dem Baublatt eine Sonderausgabe. In diesem Dossier werden alle damit verbundenen Fachbeiträge sowie weitere Hintergrundartikel zum Thema gesammelt. Die Ausgabe stellt neben anderem laufende oder geplante Projekte vor und beleuchtet die aktuelle Situation der Region.