Maschinenindustrie: Laut Swissmem-Präsident Firmen zu zögerlich bei Zollrückforderungen
Nur gut ein Drittel der Schweizer Firmen aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie hat laut dem Branchenverband Swissmem unrechtmässig erhobene Zölle in den USA zurückgefordert. Dabei würden sich Rückforderungen durchaus in vielen Fällen lohnen, sagte Swissmem-Präsident Martin Hirzel in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Als Hauptgrund für die Zurückhaltung nannten Firmen das ungünstige Kosten-Nutzen-Verhältnis. Sie befürchteten also einen zu hohen administrativen Aufwand für die zu erwartenden Rückerstattungen. Dies sei aber oft eine Fehleinschätzung. Zwar muss laut Hirzel ein "recht kompliziertes" Formular ausgefüllt werden, dies könne aber recht einfach online gemacht werden. Die Abwicklung funktioniere im Anschluss dann "eigentlich reibungslos". Er nahm dabei auch seinen Verband in die Pflicht: "Es wäre vielleicht auch eine Aufgabe von Swissmem, das deutlicher zu promoten."
Maschinenindustriebranche hat gelernt mit Zöllen umzugehen
Insgesamt habe die Branche es "gelernt, mit den Zöllen umzugehen", so Hirzel. Von einer Normalisierung oder Gewöhnung kann laut dem Swissmem-Chef jedoch nicht die Rede sein: Vor allem der hohe administrative Aufwand durch die sich ständig ändernden Zölle und Vorschriften belaste die Schweizer Technologiefirmen. Zudem würden dadurch auch die Kunden verunsichert, was gemäss Hirzel zu einer gewissen Zurückhaltung führt. Dies sei auch ein Grund dafür, dass die hiesigen Firmen nur bedingt von der an sich guten Industrie-Stimmung in den USA profitieren. So erwartet die Mehrheit der von Swissmem befragten Firmen weiterhin rückläufige Geschäfte in den USA. (sda awp / mai)