KOF Consensus Forecast: Fachleute revidieren Prognosen für 2026 nach oben
Im 2026 und 2027 dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) sportbereinigt um 1.7% respektive 1.6% zunehmen (nicht sportbereinigt 2,1 Prozent). Davon gehen die für den Consensus Forcast der Konjunkturforschungsstelle der ETH befragten Wirtschaftsfachleute aus.
Die Ökonominnen und Ökonomen haben ihre Prognose vom Juni damit deutlich nach oben angepasst; Im Juni hatte der Consensuswert noch bei 0.9% (nicht sportbereinigt: 1.1%) gelegen. Im aktuellen Forecast gehen sie von Wachstumsraten von jeweils 1.6% und 1.7% (Juni: 1.5% und 1.6%) aus.
Für das aktuelle wie auch für das nächste Jahr rechnen die Konjunkturexpertinnen und -experten mit einer stärkeren Zunahme der realen Anlageinvestitionen. Sie haben ihre Erwartungen für das Jahr 2026 von 0.9% auf 1.5% und für das Jahr 2027 von 1.8% auf 2.2% nach oben korrigiert.
Prognosen für Bauinvestitionen stark nach oben revidiert
Besonders stark revidiert haben sie ihre Prognosen bei den Bauinvestitionen revidiert: Sie dürften im laufenden Jahr um 2.4% und im kommenden Jahr um 1.9% zunehmen (Juni: 1.4% und 1.6%).
Bei den Ausrüstungsinvestitionen betragen die prognostizierte Wachstumsrate im Durchschnitt 1.2% und 2.3% (Juni: 0.7% und 2.0%). Auch hinsichtlich der Entwicklungen im Aussenhandel heben die befragten Fachleute ihre Erwartungen deutlich: Im Vergleich zur letzten Umfrage revidieren sie ihre Consensusprognose für das laufende Jahr von 0.5% auf 2.5% und für das kommende Jahr von 2.0% auf 2.3%.
Fachleute rechnen 2027 mit einer Arbeitslosenquote von drei Prozent
Im Vergleich zur letzten Befragung nach unten revidiert haben die Expertinnen und Experten die erwarteten Inflationsraten für alle drei Prognosezeiträume: Für 2026 liegt die prognostizierte Veränderungsrate des Konsumentenpreisindex bei 0.6% (Juni: 0.7%), für 2027 bei 0.7% (September: 0.8%) und für in fünf Jahren bei 0.8% (Juni: 0.9%).
Derweil bleibt der Ausblick auf die Lage am schweizerischen Arbeitsmarkt nahezu unverändert. Für das laufende Jahr rechnen sie erneut mit einer Arbeitslosenquote von 3.1%, für das Jahr 2027 von 3.0% und für in fünf Jahren von 2.9%. (mgt/mai)
Finanzmärkte: Minimaler Rückgang für Wechselkurs CHF gegenüber US-Dollar
Die befragten Ökonominnen und Ökonomen gehen von einem Rückgang des kurzfristigen Zinssatzes in den kommenden Monaten aus - die Umfrage endete vor dem Zinsentscheid der SNB. Für in drei Monaten beträgt der Mittelwert der Antworten 0.03%.
Der durchschnittliche Erwartungswert des Saron – respektive des zentralen Referenzzinssatzes für die Währung Schweizer Franken – für in zwölf Monaten liegt bei 0.23%, entsprechend geht eine knappe Mehrheit der Befragten von einem Zinsschritt innerhalb eines Jahres aus. Für den Kassazins einer zehnjährigen Bundesobligation rechnen die Ökonominnen und Ökonomen mit einem Wert von 0.51% in drei Monaten und von 0.57% in einem Jahr.
Der Wechselkurs des Schweizer Frankens zum Euro, der in den vergangenen zwei Monaten anstiegen ist, dürfte laut dem Consensus Forecast in den kommenden Monaten ungefähr auf diesem Niveau verharren.
Die prognostizierten Werte liegen bei 0.93 CHF/EUR für in drei Monaten und bei 0.92 CHF/EUR für in zwölf Monaten. Für den Wechselkurs des Frankens gegenüber dem US-Dollar wird mit einem minimen Rückgang gerechnet. Die mittleren Consensus-Werte liegen bei 0.81 CHF/USD für in drei Monaten und 0.80 CHF/USD für in zwölf Monaten.
Die Befragten sind verglichen mit den Ergebnissen der vorherigen Umfrage vom Juni 2026 verhaltener in ihrer Einschätzung der kurzfristigen künftigen Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes. Die Prognostiker rechnen mit einem SPI von rund 19’725 Punkten in drei Monaten, was leicht unter dem aktuellen Kurs liegt. In zwölf Monaten soll der Index bei 20’633 Punkten notieren, sodass der SPI mittelfristig doch deutlich an Wert gewinnen dürfte. (mgt/mai)
123. Consensus Forecast des KOF Instituts: Am Forcast nahmen 17 Ökonominnen und Ökonomen teil. Die Umfrage wurde vom 3. September bis 23. September 2026 durchgeführt. Die Konjunkturfachleute prognostizieren für die Jahre 2026, 2027 und 2031 zum einen gesamtwirtschaftliche Entwicklungen (Wachstum des BIP (nicht Sportevent-bereinigt und Sportevent-bereinigt), der Bau- und Ausrüstungsinvestitionen, Exporte, Entwicklung des Preisniveaus und der Arbeitslosenquote), zum anderen Finanzmarktgrössen (kurz- und langfristige Zinsen, Wechselkurse, Börsenentwicklung). Der Consensus Forecast ergibt sich aus den gemittelten Antworten. Der Consensus Forecast nutzt die Erfahrungen von Ökonominnen und Ökonomen aus Wirtschaft, Verwaltung und Hochschulen zur Prognose der Wirtschaftsentwicklung.