14:07 BAUBRANCHE

Immobilien: Mehr Wohnungen und noch mehr Büroflächen

Leicht steigende Leerstände bei Wohnungsbauten, ein weiterhin hohes Angebot an Büroflächen und denkmalgeschützte Objekte im Clinch zwischen Erhalt und Modernisierung – darum geht es im Sommer-Update zum Immobilien-Monitoring des Beratungsunternehmens von Wüest Partner.

Obwohl die Konjunktur derzeit positive Signale aussendet, lässt ein Anstieg der Anlagerenditen weiterhin auf sich warten: Schweizer Investoren mussten ihre Renditeerwartungen in der ersten Hälfte dieses Jahres ein weiteres Mal zurückschrauben. Dies zeige sich sowohl bei den mittleren Anfangsrenditen der beobachteten Transaktionen als auch an den Spitzenrenditen bester Lagen und Objekte, schreibt das Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner in seiner Medienmitteilung zum Sommer-Update zum Immobilien-Monitoring. Gleichzeitig seien die Nachfrageimpulse auf dem Nutzermarkt nochmals schwächer geworden, vor allem bei den Wohnungen. Den Grund dafür orten die Experten von Wüest Partner in der geringeren Zuwanderung, vor allem aus der EU. Das Unternehmen geht davon aus, dass das relative Bevölkerungswachstum zum ersten Mal seit zehn Jahren unter die 1-Prozent-Grenze sinken wird.

51'000 Neubauwohnungen in diesem Jahr

Bei den aktuellen Trends auf dem Immobilienmarkt rechnen die Autoren des Immobilien-Update damit, dass dieses Jahr über 51‘000 Neubauwohnungen auf den Market kommen werden, sowohl Miet- als auch Eigentumsimmobilien. Weil diesem Angebot wegen des geringeren Bevölkerungswachstums aber eine gedrosselte Zusatznachfrage gegenübersteht, dürften die Leerstände weiter steigen und in der Folge die Mieten der inserierten Mieten sinken.

Derweil sind die Preise beim Wohneigentum in allen Klassen wieder angestiegen. Dies gilt auch für Objekte im gehobenen Segment, deren Preise im letzten Jahr sowohl bei Einfamilienhäusern als auch bei Wohnungen stark gesunken sind und sich nun im ersten Halbjahr stabilisiert haben. Diese Tendenzen zeugten von einem hohen Interesse an Wohneigentumsobjekten, teilt Wüest Partner mit. Die Autoren nehmen an, dass die Zahl der inserierten Wohneigentumsobjekte bis Ende Jahr weiter zurückgeht, und dass die Preisentwicklung könnte die leicht steigenden Trends beibehält.

Büromieten leicht gesunken

Die Mieten für Büroflächen sind derweil auch im ersten Halbjahr weiter gesunken, auch wenn sie nur 0.4 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Die Ursache für das kleine Minus sehen die Experten des Beratungsunternehmens in einer leichten Belebung des Stellenwachstums im Dienstleistungssektor. Sie halten aber fest, dass das Büroflächenangebot mit 3.7 Millionen Quadratmetern jedoch weiterhin sehr hoch ist und dass die Zahlungsbereitschaft für Büromieten „klare Grenzen“ habe – wenn auch mit regionalen Unterschieden.

Durchzogen sind auch die Prognosen für Verkaufsflächen: Trotz „verheissungsvoller“ Konsumentenstimmung kann sich die Schere zwischen Flächenumsätzen und den Mietpreisen laut Wüest Partner nicht schliessen. Dazu trage auch der gestiegenen Vorrat an bewilligten Bauprojekten mit Verkaufsflächen. (mai/mgt)

Denkmalgeschützte Objekte zwischen Erhalt und Modernisierung

Weil sowohl die Siedlungsentwicklung und Verdichtung als auch die Energieeffzienz bei bestehenden Bauten zunehmend für Interessenkonflikte mit dem Denkmalschutz sorgen, legt das Sommer-Update auch auf denkmalgeschützte Objekte ein Augenmerk: Die Experten von Wüest Partner stellten fest, dass solche Bauten mit „signifikant höheren Betriebs- und Unterhaltskosten“ verbunden sind. Sie konnten vor allem bei Instandsetzungskosten grosse Aufschläge - bis zu 75 Prozent - beobachten.

Des Weiteren kamen sie zum Schluss, dass die direkte Umgebung oder vielmehr die Mikrolage einen grossen Einfluss auf den Denkmalbonus hat, das heisst auf die Differenz zwischen Mehreinnahmen und Mehrkosten. Zudem weisen laut den Experten inventarisierte und denkmalgeschützte Gebäude mit Verkaufsflächen das grösste Potenzial für eine Zusatzrendite auf. Allerdings wirkt sich auch hier die Mikrolage stark aus.

Bei Wohnobjekten können die mit dem Denkmalschutz verbundenen zusätzliche Kosten eher selten kompensiert werden. Grundsätzlich sei dies nur an den guten bis sehr guten Mikrolagen möglich, heisst es bei Wüest Partner. Der Grund dafür: Wegen mietrechtlichen Vorgaben können die Zusatzkosten nicht vollständig auf die Mieter überwälzt werden. (mai/mgt)

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