08:09 BAUBRANCHE

Formlose Wolken: Die Architektur von Rechenzentren

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Benthem Crouwel Architects

Daten und damit auch Datenspeichergebäude bestimmen unser privates und wirtschaftliches Leben. Doch die Rechenzentren, worin sich all die Datenclouds räumlich befinden, sind meist gesichtslose, rein auf die Funktion reduzierte Bauten. Dabei könnte der Bau solcher Gebäuden als Inspiration und Herausforderung dienen.

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Quelle: Rechenzentrum Ostschweiz

Kürzlich fertiggestellt und daher noch nicht in der Dissertation enthalten: Das Rechenzentrum Ostschweiz dürfte indes typologisch zum Regelfall «architektonische Box» gehören.

Wir alle produzieren jeden Tag Unmengen von Daten, sowohl zu Hause wie auch am Arbeitsplatz. Immer weniger aber speichern wir diese Daten lokal auf unserem Computer oder anderen Endgeräten: Denn Daten kommen in sogenannte Clouds, digitale Datenwolken, die heute aus keinem Lebensbereich mehr wegzudenken sind. 

Mit der rasanten Zunahme web-basierter Lösungen steigt auch der Bedarf an physischem Speicherplatz, der allen Cloud-Services zugrunde liegt. Um diesen Bedarf zu decken, werden überall auf der Welt, und sehr stark auch im IT-Land Schweiz, deshalb Rechenzentren gebaut (siehe Box «Cloud-Paradies Schweiz»).

Reise zu den Rechenzentren 

Datenspeichergebäude sind damit das, was im 19. und 20. Jahrhundert die Fabriken waren. Während aber viele Fabriken zur Zeit der Industrialisierung symbolisch für Macht und Fortschritt standen, und baulich entsprechend gestaltet wurden, handelt es sich bei den Datenspeichergebäuden architektonisch meist um simple Boxen, meist ausserhalb von Siedlungsräumen. 

«Sie haben als gebaute Strukturen selten eine physisch wahrnehmbare Präsenz in der Öffentlichkeit und streben nach einer, auf ihre Funktion beschränkte, Präsenzlosigkeit.» Dieses vernichtende Urteil fällt die deutsche Architektin Katharina J. Neubauer in ihrer kürzlich veröffentlichen Dissertation, die eben diese «räumliche Präsenzlosigkeit» analysiert und hinterfragt (siehe «Buchtipp»). 

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