15:11 BAUBRANCHE

Der Koloss von Baalbek

Teaserbild-Quelle: zvg / Deutsches Orient-Institut

Seit über zehntausend Jahren ist Baalbek besiedelt. Auch die Römer haben in der heute libanesischen Stadt nahe der Grenze zu Israel ihre Spuren hinterlassen: pompöse Bauten und monumentale Tempel. Die Überreste ihrer Kultur geben Rätsel auf: Ein Forscherteam der ­Orientabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts und der Lebanese University entdeckte im Steinbruch von Baalbek den bislang grössten Steinquader der Antike.

Er verfügt über eine Länge von 19,6 Metern, einer Breite von 6 Metern und einer Höhe von 5,5 Metern. Weil eine Schmalseite des über 1600 Tonnen schweren ­Kolosses geglättet ist und auf ihm Vorgaben für die Bearbeitung einer Langseite ­vermerkt sind, nehmen die Forscher an, dass man Block in seinen Gesamtmassen ausliefern wollte. Zumal Steinblöcke ähnlicher Grös­se für das Podium des riesigen Jupiter-Tempels im römischen Heiligtum von Baalbek verbaut worden sind. Des Weiteren vermuten sie, dass der Riesenquader den etwas kleineren, daneben ­liegenden 1000 Tonnen schweren Hajjar al-Hibla ersetzen sollte, weil dieser wegen eines natürlichen Risses einen Transport kaum überstanden hätte.

Als nächstes wollen die Forscher nun abklären, weshalb auch dieses Stück nicht fertiggestellt wurde und im Steinbruch liegen blieb. Ausserdem ist noch unklar, wie der Block überhaupt an seinen Bestimmungsort hätte ­gebracht werden sollen. (mai)

Steinquader der Superlativ: Im Sommer entdeckte ein deutsch-libanesisches Forscherteam einen kolossolen Steinquader im Steinbruch von Baalbek. (zvg / Deutsches Orient-Institut)

Quelle: zvg / Deutsches Orient-Institut

Steinquader der Superlativ: Im Sommer entdeckte ein deutsch-libanesisches Forscherteam einen kolossolen Steinquader im Steinbruch von Baalbek.

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