12:02 BAUBRANCHE

Über eine Million Menschen in der Schweiz sind Lärm ausgesetzt

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Mehr als eine Million Personen sind in der Schweiz übermässigem Strassenlärm ausgesetzt. Dies geht aus einem Bericht vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) hervor. Massnahmen für Lärmminderung müssen demnach in Zukunft noch direkter an der Quelle ansetzen.

Strassenbau, Arbeiter mit Maschine

Quelle: Stux / pixabay.com / public-domain-ähnlich

Ein Bericht des Bafu zeigt: Mehr als eine Million Personen sind in der Schweiz noch immer übermässigem Strassenlärm ausgesetzt.

Die Erhebung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) gibt Aufschluss über bereits realisierte und noch vorgesehenen Massnahmen, deren Wirksamkeit sowie die dafür notwendigen finanziellen Mittel. So seien bis Ende 2018 über 4,3 Milliarden Franken für den Schutz vor Strassenlärm eingesetzt worden oder werden in naher Zukunft investiert. Der Gesamtaufwand wird auf 6 Milliarden Franken geschätzt.

Dank der Einführung der Programmvereinbarungen im Jahr 2008 und der verstärkten Unterstützung durch den Bund für die Lärmsanierung von Kantons- und Gemeindestrassen konnten «bedeutende Fortschritte» erzielt werden, wie das Bafu weiter mitteilt. So hätten sich die kantonalen Investitionen zwischen 2008 und 2018 verzehnfacht und die Anzahl geschützter Personen sei in dieser Zeit «deutlich gestiegen».

Weiter wurden bis 2012 jährlich neu rund 5000 Personen bei durchschnittlichen Kosten von ungefähr 9000 Franken pro Kopf geschützt. Ab 2013 konnte die Zahl der jährlich geschützten Personen auf etwa 20‘000 Personen pro Jahr erhöht werden. Die durchschnittlichen Kosten sanken hingegen auf rund 6000 Franken pro geschützte Person.

Lärmminderung an der Quelle

32 Prozent der für die Lärmsanierung von Kantons- und Gemeindestrassen vorgesehenen Mittel wurden für Massnahmen an der Quelle eingesetzt. Also beispielsweise für lärmarme Strassenbeläge, Verkehrsberuhigungen oder Geschwindigkeitsreduktionen. 21 Prozent der Investitionen flossen in Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg, bzw. in Lärmschutzwände oder -dämme.

Weitere 39 Prozent entfielen auf den Einbau von Schallschutzfenstern. Dies stellt laut Bafu aber eine Massnahme dar, die nur in Ausnahmefällen zum Tragen kommt, wenn Lärmminderungen an der Quelle oder auf dem Ausbreitungsweg nicht möglich sind.

Entlang der Nationalstrassen wurden gemäss der Erhebung vor allem Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg umgesetzt, was 72 Prozent der eingesetzten Mittel ausmacht. In Bezug auf das gesamte Strassennetz seien fast 270‘000 Personen durch Sanierungsmassnahmen geschützt worden.

Weiterer Sanierungsbedarf besteht

Trotz dieser Erfolge besteht laut Bafu aber nach wie vor Sanierungsbedarf. Denn noch immer seien mehr als eine Million Menschen in der Schweiz an ihrem Wohnort übermässigem Strassenlärm ausgesetzt. Zur weiteren Senkung der Anzahl lärmbelasteter Personen und den damit verbundenen Kosten müssten wirksame Schutzmassnahmen umgesetzt werden.

Mittlerweile sei der Kampf gegen Strassenlärm zu einer Daueraufgabe geworden. In Zukunft müssten Massnahmen an der Lärmquelle noch stärker in den Fokus rücken. Es seien ausserdem weiterhin «erhebliche Investitionen» nötig, wie das Bafu zur Auswertung der Erhebung 2018 schreibt. (mgt/pb)

Weitere Details können in der Erhebung nachgelesen werden:

https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/laerm/publikationen-studien/publikationen/sanierung-strassenlaerm.html

Bafu: Gesundheitliche Folgen bei übermässigem Lärm

In der Schweiz ist tagsüber jede siebte und nachts jede achte Person an ihrem Wohnort schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm ausgesetzt. Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität und kann krank machen. Ganz abgesehen davon, dass die Konzentration darunter leidet oder die Kommunikation erschwert wird, gerät der menschliche Körper bei jedem störenden Geräusch in Alarmbereitschaft.

Er schüttet Stresshormone aus, welche auf lange Sicht die Gesundheit schädigen können (Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Zudem vermindert Lärm die Wohnqualität. 2016 betrugen die externen Kosten des Strassenlärms über zwei Milliarden Franken. Diese Zahl umfasst neben Gesundheitskosten auch Wertverluste auf Immobilien.

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