Axpo veröffentlicht Whitepaper zu auslaufenden Wasserkraftkonzessionen
Der Energiekonzern Axpo – die nach eigenen Angaben grösste Wasserkraftproduzentin der Schweiz – hat einen Leitfaden zu auslaufenden Wasserkraftkonzessionen publiziert. In den kommenden Jahrzehnten laufen in der Schweiz zahlreiche Konzessionen für Wasserkraftwerke aus.
Das Dokument soll Kantonen und Gemeinden «als Entscheidungshilfe» dienen, wenn sie über Heimfall, neue Beteiligungen und die damit verbundenen Risiken befinden müssen, teilte der Energiekonzern am Donnerstag mit. Als Besitzer der Wasserrechte stehen sie bei einem Konzessionsablauf vor weitreichenden Entscheiden über Betrieb, Vermarktung und Risikotragung.
Die Wasserkraft liefert knapp 60 Prozent der inländischen Stromproduktion. Mit dem Ablauf zahlreicher Konzessionen können Gemeinden und Kantone Eigentums- und Beteiligungsstrukturen neu gestalten. Die maximale Laufzeit einer solchen Konzession beträgt gemäss Bundesgesetz 80 Jahre.
«Konzessionserneuerungen sind Generationenentscheide», wird Viktor Lir, Leiter Asset Management Hydroenergie & Biomasse und Mitautor des Whitepapers, in der Mitteilung zitiert. Ziel sei es, Gemeinden und Kantonen eine belastbare Grundlage für das Abwägen von Chancen und Risiken zu geben.
Heimfall oder neue Partnerschaft
Grundsätzlich stünden dem Gemeinwesen zwei Wege offen. Sie könnten den sogenannten Heimfall ausüben, also die Anlagen übernehmen und das Nutzungsrecht neu vergeben. Alternativ könnten sie auf den Heimfall verzichten und die bestehende Konzession erneuern.
Das von Axpo vorgelegte Papier stellt diese beiden Optionen gegenüber und vergleicht verschiedene Beteiligungsmodelle. Eine höhere öffentliche Beteiligung ermögliche mehr Mitsprache und eine stärkere Teilhabe an möglichen Erträgen. Gleichzeitig steige damit aber auch das finanzielle und marktwirtschaftliche Risiko. Zudem gehe eine solche Lösung mit einem hohen Kapitalbedarf und mehr operativer, technischer, regulatorischer, haftungsbezogener sowie organisatorischer Verantwortung einher.
Als möglichen Mittelweg stellt Axpo das Modell der Erfolgsbeteiligung vor. Dieses erlaube es einem Gemeinwesen, zusätzlich an der Wertschöpfung von Anteilen teilzuhaben, die bei bisherigen Partnern verbleiben. Gleichzeitig blieben Fachwissen und bestehende Betriebsstrukturen erhalten.
Der Energiekonzern rät zur Prüfung partnerschaftlicher Modelle und zur Etablierung von klaren Governance-Strukturen. Zudem empfiehlt das Whitepaper eine frühzeitige Planung, eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen und personellen Möglichkeiten sowie eine angemessene Risikostreuung. (sda/mgt/pb)
Das Whitepaper «Erneuerung von Wasserkraftkonzessionen: Chancen & Herausforderungen» kann hier heruntergeladen werden: www.axpo.com