09:06 BAUBRANCHE

Aufhebung des KEV-Deckels kommt teuer zu stehen

Teaserbild-Quelle: Florencia Figueroa

Um alle Projekte zu finanzieren, die derzeit auf Gelder aus der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) warten, müsste der durchschnittliche Schweizer Haushalt jährlich rund 39 Franken mehr bezahlen. Derzeit stehen über 8000 Projekte auf der Warteliste.

Florencia Figueroa

Quelle: Florencia Figueroa

10 Prozent der Fördergelder fliessen in Photovoltaik. Obwohl besonders viele Solarprojekte auf der Warteliste stehen.

Der Nationalrat hat am vergangenen Donnerstag beschlossen, gleich beide sogenannten Deckel der KEV aufzuheben  jenen für die Gesamtsumme und jenen für die einzelnen Technologien. Damit sollen mehr Projekte für erneuerbare Energien gefördert werden. Der Idee muss allerdings auch der Ständerat noch zustimmen.

Die Deckel haben derzeit zur Folge, dass über 8000 Projekte auf Gelder warten. Derzeit zahlen die Stromkunden eine Abgabe von 0,45 Rappen pro Kilowattstunde in den KEV-Fördertopf. 2013 sollte der Betrag auf 0,9 Rappen steigen  so will es ein früherer Parlamentsbeschluss. Damit stünden ab 2013 pro Jahr maximal 500 Millionen Franken zur Verfügung, heute sind es 265 Millionen.

Die 0,9 Rappen würden bei einer definitiven Aufhebung des Deckels jedoch nicht reichen, um sämtliche Projekte auf der Warteliste zu finanzieren. "Dazu wäre eine Erhöhung auf 1,2 Rappen pro Kilowattstunde nötig", sagte Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamts für Energie (BFE), auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die BFE-Berechnung beruht auf dem Stand von Ende 2010.

Netzkosten senken

Die Erhöhung würde den durchschnittlichen Schweizer Haushalt 39 Franken pro Jahr mehr Kosten. Dieser verbraucht jährlich rund 5200 Kilowattstunden, wie aus der BFE-Elektrizitätsstatistik 2010 hervorgeht. Mit der heutigen Abgabe von 0,45 Rappen zahlt er also 23,40 Franken pro Jahr, mit 0,9 Rappen wären es 46,80 Franken und mit 1,2 Rappen 62,40 Franken

39 Franken mehr als heute.

Sollte auch der Ständerat die Aufhebung des Deckels beschliessen, würde eine Gesetzesrevision nötig. Dann stellt sich laut BFE die politische Frage, ob die Grenze vollständig fallen oder ob sie einfach höher angesetzt werden soll als heute.

Ohne Deckel mehr Solarstrom

Fällt der Technologie-Deckel weg, hat dies noch andere Folgen. Heute fliessen gemäss Energiegesetz höchstens 10 Prozent der Gelder in die relativ teuren Photovoltaik-Anlagen, obwohl besonders viele Solarprojekte auf der Warteliste stehen. Für die Windkraft stehen 10 Prozent und für die Wasserkraft 50 Prozent zur Verfügung, für andere Technologien 30 Prozent.

Laut Sprecherin Marianne Zünd geht das BFE davon aus, dass durch die Aufhebung des Technologiedeckels viel mehr Solarprojekte gefördert würden falls im Gesetzgebungsprozess nicht doch wieder die eine oder andere Begrenzung eingeführt wird. (sda)

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