Luzern, Nidwalden, Obwalden: Was derzeit geplant und gebaut wird
Welche Bauprojekte stehen in Luzern, Nidwalden und Obwalden an, wo laufen Wettbewerbe, und welche Vorhaben wurden bereits realisiert? Ein Überblick über aktuelle Projekte und Entwicklungen in den drei Kantonen.
Projekte in Planung
Quelle: zvg
Neubau für die Berufsbildung in Sursee
Sursee LU – Mit dem Projekt «Insieme» wird der gemeinsame Standort der Berufsbildungszentren Gesundheit und Soziales (BBZG) sowie Wirtschaft, Informatik und Technik (BBZW) in Sursee erweitert und teilweise erneuert. Das Siegerprojekt stammt vom Generalplanerteam unter Leitung von Bob Gysin Partner und sieht einen siebenstöckigen Neubau vor. Die Baukosten sind auf rund 97,4 Millionen Franken veranschlagt, die Inbetriebnahme ist für 2035 geplant.
Quelle: PD
Visualisierung: So soll die neue Dreifachsporthalle dereinst aussehen.
Stans erhält neue Dreifachturnhalle
Stans NW – Die kantonale Mittelschule Kollegium St. Fidelis
erhält eine neue Dreifachturnhalle als Ersatz für die bestehenden Hallen aus
den Jahren 1957 und 1977. Der Nidwaldner Landrat hat für den Neubau einen
Kredit von 26 Millionen Franken gesprochen, im Juni 2026 ist eine
Volksabstimmung geplant. Stimmt diese zu, sollen die Bauarbeiten 2027 starten.
Der Entwurf stammt von Roman Hutter Architektur GmbH und Fahrni
Landschaftsarchitekten GmbH.
Quelle: Blickpunkt Lebensraum
Auf der Hofmattwiese ist eine Überbauung mit insgesamt 85 Wohnungen geplant.
85 neue Wohnungen auf der Hofmattwiese für Sarnen
Sarnen OW – Auf der Hofmattwiese zwischen der Sarneraa und
der Pfarrkirche ist eine Überbauung mit insgesamt 85 Wohnungen geplant.
Grundlage dafür bildet der Quartierplan Hofmatt, für den 2025 ein
Mitwirkungsverfahren durchgeführt wurde. Vorgesehen sind mehrheitlich drei- und
viergeschossige Gebäude sowie ein fünfgeschossiges Haus. Das bestehende
Ökonomiegebäude bleibt erhalten. Bauherrin und Besitzerin des Areals ist die
Stadtbauentwicklungs AG. Der Entwurf geht aus einem Studienauftrag hervor und
stammt von Seiler Linhart Architekten sowie Lütolf und Scheuner Architekten.
Die Baueingabe ist nach der Genehmigung des Quartierplans für Ende 2026
vorgesehen, der Baustart 2027.
Quelle: Gemeinde Willisau
Die Stadt Willisau plant auf dem Wellisareal eine etappenweise Arealentwicklung mit insgesamt rund 330 Wohnungen.
45-Meter-Hochhaus und 330 Wohnungen
Willisau LU – Die Stadt Willisau plant auf dem rund 27700
Quadratmeter grossen Wellisareal eine etappenweise Arealentwicklung mit
insgesamt rund 330 Wohnungen sowie Gewerbe- und öffentlichen Nutzungen.
Herzstück des Projekts ist ein verschlanktes Hochhaus, das anstelle eines
Lagergebäudes mit mehr Abstand zur Wigger realisiert und 45 Meter hoch werden
soll. Der Entwurf für das Projekt stammt von Herzog&de Meuron. Das
Bebauungskonzept lag bis Mitte Dezember öffentlich auf. Gemäss der
Projektwebseite www.wellisareal-willisau.ch
entscheidet die Gemeindeversammlung im Mai über den Bebauungsplan und die
Teilzonenplanänderung. Anschliessend soll im Herbst die Projektierung starten,
der Spatenstich für die erste Bauetappe ist für 2029/30 geplant.
Quelle: PD
Visualisierung des Siegerprojekts «Sommervogel» der Giuliani Hönger AG und des Holzbauingenieurbüros Merz Kley Partner für den 30-Millionen-Franken-Neubau des Medizinischen Zentrums in Stans.
Spital Nidwalden setzt auf Neubau
Stans NW – Die Spital Nidwalden Immobilien Gesellschaft
(SNIG) plant seit 2023 unter dem Projektnamen «Sommervogel» den Bau eines neuen
Ambulatoriums sowie die Sanierung des bestehenden, 60-jährigen Spitals in
Stans. Der Entwurf dazu stammt von der Giuliani Hönger AG und dem
Holzbauingenieurbüro Merz Kley Partner. Nachdem die SNIG im Frühjahr 2025 noch
eine Denkpause eingelegt hat, ist sie inzwischen zum Schluss gekommen, dass das
bisherige Projekt den künftigen Anforderungen nicht mehr genügt und eine Sanierung
des bestehenden Spitals zu kostenaufwändig wäre. Stattdessen wird nun ein
Neubauprojekt verfolgt. Wo das neue Spital gebaut wird und wie viel es kosten
soll, ist derzeit noch offen. Die SNIG wird den Neubau mit eigenen Mitteln
finanzieren.
Aktuelle Wettbewerbe
Quelle: Kanton Nidwalden
Mit dem Wettbewerb soll das geschichtsträchtige Gebäude überzeugend ins 21. Jahrhundert überführt werden.
Modernes Kleid für altes Rathaus in Stans
Stans NW – Mit Umbaumassnahmen, einer subtilen Neugestaltung
und möglichen räumlichen Erweiterungen sollen im Rathaus Stans die Arbeits- und
Platzverhältnisse für die Nidwaldner Landräte verbessert sowie der Landratssaal
zeitgemäss weiterentwickelt werden. Mit dem laufenden, selektiven Wettbewerb
soll das geschichtsträchtige Gebäude überzeugend ins 21. Jahrhundert überführt
werden. Das Siegerprojekt soll im Mai 2026 bekanntgegeben werden.
Quelle: Kanton Luzern
Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Wauwilermoos soll erweitert werden.
Erweiterung der JVA Wauwilermoos in Egolzwil
Egolzwil LU – Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Wauwilermoos
soll auf 100 Vollzugsplätze erweitert werden. Die baulichen Massnahmen
schliessen verschiedene Sanierungen, Neubauten und Erweiterungen inklusive den
erforderlichen Infrastrukturen und Massnahmen im Freiraum ein. Mit dem offenen,
einstufigen Projektwettbewerb soll ein geeigneter Generalplaner gewählt werden.
Das Ergebnis wird voraussichtlich im Herbst oder Winter 2026 bekannt gegeben.
Quelle: PD / Team Masotti
Seit November steht das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag «Neue Reussquerung» der Stadt Luzern fest.
Neue Reussquerung «Nordpol» in Luzern
Stadt Luzern – Seit November steht das Siegerprojekt aus dem
Studienauftrag «Neue Reussquerung» der Stadt Luzern fest. Vorgesehen ist eine
neue Fuss- und Velobrücke beim Nordpol, die die rechte Stadtseite mit dem
Seetalplatz verbindet und den stark frequentierten Xylophonweg entlastet. Das
Projekt des Tessiner Planerteams Masotti überzeugte durch seine ganzheitliche
Gestaltung, die Tragkonstruktion sowie die Berücksichtigung ökologischer
Aspekte. Derzeit wird an der weiteren Planung der Brücke gearbeitet. Bis Ende
2027 soll die Projektbewilligung vorliegen.
Fertiggestellte Projekte
Dierikon LU: Neues Schulhaus «Titlis»
Projektdaten
Hornberger Architekten AG
- Bruttogeschossfläche: 6180 Quadratmeter
- Volumen: 22’081 Kubikmeter
- Kosten: 22 Millionen Franken
- Fertigstellung: Oktober 2025 (Schulhaus «Titlis»)
Mit der Inbetriebnahme Mitte Oktober 2025 wurde das neue
Schulhaus «Titlis» in Dierikon LU erfolgreich fertiggestellt. Der Neubau ist
Teil eines Schulentwicklungsprojekts, dass die Sanierung von zwei bestehenden
Schulhäusern, den Neubau eines zusätzlichen Schulhauses sowie den Neubau einer
Kleinturnhalle vorsieht. Dadurch sollen zusätzliche Schulräume bereitgestellt
und gleichzeitig die bestehenden Gebäude «Pilatus» und «Rigi» entlastet werden.
Der Entwurf für die neue Schulanlage stammt von Hornberger
Architekten, Generalunternehmerin ist die Erne AG Holzbau. Das neue Schulhaus
wurde als dreigeschossiger Holzbau errichtet, der teilweise vorgefertigt wurde.
Mit dem Erweiterungsbau werden die bestehenden Schulhäuser zu einer
Gesamtschulanlage zusammengeführt. Durch die Setzung des Neubaus an der
südöstlichen Arealgrenze entsteht eine hofartige Anlage, dessen Zentrum der
neue Pausenplatz als gemeinsamer Treffpunkt bildet.
Neue Turnhalle und Schulhaus-Sanierung Parallel zum neuen
Schulhaus wird aktuell noch die neue Kleinturnhalle erstellt. Die Aussenwände
sind bereits weit hochgezogen, Mitte März wird voraussichtlich das Dach der
Halle dicht sein. Daneben läuft die Sanierung des «Rigi»-Schulhauses. Der
Abschluss des gesamten Bauvorhabens ist nach Angaben der Gemeinde Dierikon für
August 2026 vorgesehen.
Weitere Informationen zum Projekt unter: www.dierikon.ch
Sursee LU: Sekundarschule Zirkusplatz
Projektdaten
BUR Architekten AG
- Lage des Objekts: St. Urban-Strasse 5a, 6210 Sursee
- Grundstücksfläche: 25’201 Quadratmeter
- Geschossfläche: 10’680 Quadratmeter
- Kosten (BKP 1–9): 45 Millionen Franken
- Fertigstellung: Juli 2024
Am Rand der Surseer Altstadt, unmittelbar neben der
Stadthalle, ist aufgrund der steigenden Schülerzahlen vor bald zwei Jahren ein
neues Sekundarschulhaus auf dem Zirkusplatz gebaut worden. Mit dem Projekt
entstanden zwölf Klassenräume, Fach- und Nebenräume sowie eine
Dreifachturnhalle mit Pausen- und Sportplätzen. Der Entwurf stammt von der BUR
Architekten AG. Durch die Setzung des Neubaus zwischen dem grünen Band des
Sure-Flusslaufs und einer ehemaligen Remise der Sursee-Triengen-Bahn schuf das
Team einen grosszügigen Platz, der zum einen als Zentrum des Schulhauses dient,
zum anderen als Freiraum für die Stadt Sursee.
Flexible Nutzung
Das Volumen des neuen Schulhauses gliedert sich in zwei
Gebäudeteile sowie einem darüber liegenden, schwebenden Dachgeschoss.
Dazwischen liegt eine gedeckte Pausenhalle, die den Pausenplatz im Süden mit
dem Allwetterplatz im Norden verbindet. Alle Klassenzimmer sind auf einer Ebene
im Dachgeschoss organisiert. Weiter wird der gesamte Raum durch alternierende
sheddach-artige Oberlichter und flache Decken gegliedert. Das neue Schulhaus
bietet Platz für etwa 250 Schülerinnen und Schüler.
Das Projekt von BUR Architekten wurde im Rahmen des Swiss
Arc Award 2025 eingereicht. Weitere Informationen unter: www.swiss-arc.ch