Lachsfarm für 180 Millionen in Mollis GL geplant
Die Swiss Blue Salmon AG will in Mollis für 180 Millionen Franken eine Anlage für die Zucht von Lachsen realisieren. Doch inzwischen hat sich Widerstand formiert. Die Tierschutzorganisation Fair-Fish hat Einsprache gegen das geplante Projekt erhoben.
Quelle: Swiss Blue Salmon AG
Auf 2,5 Hektaren direkt neben der Autobahn A3 plant die Swiss Blue Salmon AG eine Hightech-Zuchtanlage.
Die Anlage umfasst zwei grossen Industriebauten, in denen laut Baugesuch unter anderem die Fischzucht sowie die -verarbeitung untergebracht sein sollen. Die Fische der geplanten Lachszucht sollen in einer geschlossenen Kreislaufanlage während rund zwei Jahren aufgezogen werden. Dies ist gemäss der Swiss Blue Salmon AG ohne Einsatz von Antibiotika möglich. Im geplanten Zucht- und Verarbeitungsbetrieb will das Unternehmen rund 180 Millionen Franken investieren. Die Rede ist von 50 Arbeitsplätzen, die am Standort zwischen der Bahnlinie beim ehemaligen Bahnhof Weesen SG und der Autobahn entstehen sollen. Zu Spitzenzeiten soll die Mast bis zu 1,5 Millionen Tiere umfassen.
Das sei pure Massentierhaltung, wie Fair-Fish auf Facebook schrieb. In solchen Anlagen komme es immer wieder zu massenhaftem Fischsterben aufgrund von Störungen oder menschlichem Versagen. Die Lachse hätten in solchen Zuchtbetrieben sehr wenig Platz und würden unter Stress und Langeweile leiden. Die Gemeinde Glarus Nord, zu der Mollis gehört, bestätigte gegenüber Keystone-SDA den Eingang der Einsprache.
Firma verweist auf Importersatz
Die Firma Swiss Blue Salmon wolle nun das Gespräch mit der Tierschutzorganisation suchen, zitiert Keystone-Sda das Regionaljournal Ostschweiz von SRF. Bereits in einer früheren Mitteilung strichen die Projektverantwortlichen die Vorteile des Projekts heraus. Mit den geplanten Anlagen könnten mehr als zehn Prozent des aus dem Ausland importierten Lachses durch lokal produzierten Fisch ersetzen werden. Sie sprachen ausserdem von einer deutlich tier- und umweltfreundlicheren Lachsproduktion als etwa in den entsprechenden Industrien in Norwegen und Kanada, wo die Zucht in Netzkäfigen im Meer bei Umweltorganisationen in Verruf geraten ist. Zuerst berichtete «20 Minuten» über das Bauvorhaben. (sda/sts)