Entwicklung Thun Nord: Ergebnisse von Werkstattverfahren liegen vor
Drei interdisziplinäre Teams haben in einem Werkstattverfahren die Zukunft des neuen Stadtteils Thun Nord skizziert. Die tragende Struktur des Quartiers soll künftig aus Aare, Alpenbrücke, Allmendstrasse, der Uttigenstrasse und dem Bahnraum bestehen.
Quelle: Patrick Liechti, Stadt Thun
Das Gebiet Thun Nord zwischen dem Selveareal und dem Lerchenfeld, begrenzt durch die Allmendstrasse und die Aare, ist historisch durch das Militär und die Rüstungsindustrie geprägt.
Der kantonale Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Thun Nord sei der bedeutendste Wirtschaftsstandort im Berner Oberland und zähle zu «den vier kantonalen Premium-Standorten», teilte die Stadt Thun am Dienstag mit. Das Gebiet zwischen dem Selveareal und dem Lerchenfeld, begrenzt durch die Allmendstrasse und die Aare, ist historisch durch das Militär und die Rüstungsindustrie geprägt.
Mittelfristig soll das heute geschlossene Areal teilweise geöffnet werden, wodurch sich Potenzial für neue Nutzungen ergibt, die eine neue öffentliche Erschliessung erfordern. Vor diesem Hintergrund führte die Stadt 2025 mit den Grundeigentümern Armasuisse Immobilien und Ruag Real Estate AG sowie der BLS ein sogenanntes Werkstatt-Verfahren für das Kerngebiet rund um die geplante S-Bahn-Haltestelle Thun Nord durch.
Die Transformation des neuen Stadtteils samt neuer Erschliessung sei komplex, schreibt die Stadt. Ziel der laufenden Planungsarbeiten sei es, die Grundlagen für eine Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts zu schaffen und einen neuen, gut erschlossenen Stadtteil entstehen zu lassen – mitsamt der neuen S-Bahn-Haltestelle.
Identitätsstiftende Struktur
Das Grundgerüst des zukünftigen Stadtraums wird von Freiräumen gebildet. Mit dem Werkstatt-Verfahren entwickelten drei interdisziplinäre Teams ausgehend von diesen unbebauten Räumen Vorschläge für die künftige Stadtteilentwicklung. Diese seien zwar unterschiedlich, bildeten aber ein gemeinsames tragendes Grundgerüst des neuen ESP Thun Nord ab, schreibt die Stadt.
Das Begleitgremium hat aus diesen Vorschlägen nun Eckwerte abgeleitet, die die Basis für die nächsten Schritte bilden. Neben Aare, Alpenbrücke und Allmendstrasse wird das Ortsbild des Gebiets demnach auch wesentlich durch die Uttigenstrasse und den Bahnraum geprägt. Diese bildeten eine «tragende und identitätsstiftende Struktur, an welche die Quartiergestaltung anknüpft», heisst es weiter.
Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, nimmt auch die neue Bahnhaltestelle Bezug auf den Bestand: Die bestehende Sheddachhalle soll das Rückgrat der künftigen Anlage bilden.
Synthese für weitere Planung
Als nächstes will die Stadt Thun mit der Grundeigentümerschaft und weiteren Partnern eine Synthese erarbeiten, in der die öffentlichen Räume und die Quartierstruktur weiter konkretisiert werden. Diese bildet die Grundlage für aufeinander abgestimmte Folgeplanungen der Stadt, der Grundeigentümerschaft und der Bahn, etwa für die Infrastruktur-Vorprojekte sowie für die erforderlichen Planungsinstrumente. (pb/mgt)
Die Resultate des Werkstatt-Verfahrens sind vom 24. Februar bis 6. März, 12 Uhr, im Rathaus öffentlich ausgestellt. Zum Bericht des Begleitgremiums: www.thun.ch