A9 im Wallis: Risiken bei Fertigstellung nach wie vor beachtlich
Klares Urteil der Eidgenössischen Finanzkontrolle: Die finanziellen Risiken bei der Fertigstellung der Autobahn A9 im Wallis bleiben trotz Verbesserungen in den Arbeitsabläufen beachtlich.
Quelle: Kecko flickr CC BY 2.0
A9-Eyholztunnel bei Visp: Trotz Verbesserungen sieht die Finanzkontrolle Handlungsbedarf.
Die eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat den aktuellen aktuellen Stand der Fertigstellung der A9 im Oberwallis und in diesem Zusammenhang die Oberaufsicht des Bundesamtes für Strassen (Astra) geprüft. Ihr Schluss: Die positive Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen dem Astra und der Dienststelle für Nationalstrassenbau hält an. Das Astra nimmt laut EFK seine Oberaufsicht «engagiert und effizient» wahr.
Trotzdem: Die EFK sieht sowohl in der weiteren Sicherstellung der Oberaufsicht als auch in der Risiko- und Kostenführung noch Handlungsbedarf. Trotz der detaillierten Planung und Vorbereitung ist laut EFK festzuhalten, dass weiterhin grosse Risiken während der Erstellung der letzten Teilstrecke bestehen bleiben. Neben kaum beeinflussbaren Umweltrisiken wie etwa Hochwasser halten auch die lange Laufzeit und das noch zu bewältigende grosse Projektvolumen die Risikoeinschätzungen auf einem erhöhten Niveau.
Quelle: Stefan Schmid
Baustelle Umfahrung Visp der A9: Kosten von total 5,15 Milliarden Franken sind budgetiert.
5,15 Milliarden veranschlagt
Für die 31,8 Kilometer lange Strecke zwischen Siders Ost und Visp Ost sind 5,15 Milliarden Franken veranschlagt. Die letzte Teilstrecke Siders–Leuk Ost soll bis 2037 fertiggestellt und ans Astra übergeben werden. Sie ist 8,5 Kilometer lang und kostet 1,477 Milliarden Franken, wobei die zukünftige Teuerung laut EFK nicht in der Kostenplanung enthalten.
Defizite bestehen laut EFK in diesem Zusammenhang bei der fehlenden finanziellen Bewertung der Risiken sowie beim Reporting: Angaben zum Umsetzungsstand, zur Wirksamkeit und zu monetären Auswirkungen fehlten. Nichtsdestotrotz schätzt die EFK die geplante Weiterentwicklung hin zu einem zentral gesteuerten Risikomanagement positiv ein.
Quelle: zvg
Tunnelbohrarbeiten bei Visp: Ein Sorgenkind des Projekts ist der Riedbergtunnel,
Pannen und Verzögerungen
Hintergrund: Beim Bau des gut 30 Kilometer langen Teilstücks der A9 zwischen Brig und Siders gab es immer wieder Pannen und Verzögerungen. Ein Sorgenkind ist der Riedbergtunnel, und auch bei der der Durchquerung des Pfynwalds musste wegen Einsprachen von Naturschutzorganisationen ein Marschhalt eingelegt werden.
2022 hatte die EFK zudem mögliche Ursachen untersucht, die auf einem Abschnitt der A9 zur Erstellung einer zu geringen Fahrbahnbreite geführt hatten. Die daraufhin ausgesprochene Empfehlung zur Anpassung des Qualitätssicherung an aktuelle digitale Baumethoden ist inzwischen umgesetzt.
Im Kanton Wallis realisiert die Dienststelle für Nationalstrassenbau (DNSB) als Vertreterin des Kanton Wallis die fehlenden Abschnitte der A9 als Bauherrin. Der Bund trägt 96 Prozent der Kosten. Das Astra übernimmt die Oberaufsicht und die Steuerung. (SDA/bk)