Wohnungsnot: Schweizer lehnen bauliche Massnahmen ab
Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer stellt bei sich einen Mangel an Wohnraum fest. Gemäss einer repräsentativen Umfrage werden bauliche Massnahmen zur Schaffung von mehr Wohnraum dennoch abgelehnt.
Quelle: Stefan Schmid
Neubau von Wohnungen: Trotz Mangellage lehnt in der Schweiz eine Mehrheit bauliche Massnahmen ab.
In der Schweiz herrscht ein Mangel an verfügbarem Wohnraum. Gemäss einer Umfrage von Comparis stimmen 59 Prozent der erwachsenen Bevölkerung dem zu, in den Städten sogar 66 Prozent. Befragt wurden im November letzten Jahres 1039 Erwachsene aus allen Landesteilen.
Dennoch: Ebenfalls 68 Prozent der Bevölkerung lehnt eine dichtere Bebauung mit weniger Grünflächen und kleineren Abständen ab. Sogar zwei Drittel der Befragten spricht sich gegen neue Bauzonen auf Kosten von Landwirtschafts- oder Grünflächen aus.
Quelle: Stefan Schmid
Auch der Bau von Hochhäusern mit mehr als sechs Stockwerken findet bei den Befragten als Massnahme zur Abhilfe keine Mehrheit.
Hochhäuser abgelehnt
Die Hälfte der Befragten will zudem in der eigenen Gemeinde keine Neubauten mit mehr als sechs Stockwerken. Gemäss Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser zeigt die Umfrage, dass die Schweiz zwar mehr Wohnraum braucht, gleichzeitig aber nicht weiss, woher dieser kommen soll: Die Forderung nach mehr Wohnraum und das gleichzeitige Verhindern von baulichen Veränderungen ist ein Widerspruch.
Am stärksten spüren laut Umfrage junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren den Wohnungsmangel (65 Prozent), sowie die städtische Bevölkerung (66 Prozent). Diese beiden Gruppen waren ehesten für bauliche Massnahmen zur Lösung der Wohnungsnot zu gewinnen. 52 Prozent der jungen Befragten wären bereit, höher zu bauen. In der Agglomeration sagten jedoch nur 39 Prozent der Befragten Ja zu höheren Gebäuden. (SDA/bk)