Videotipp: Auf den Spuren des Marsianers

Videotipp: Auf den Spuren des Marsianers

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Nasa

Dass sich spektakuläre Animationen aus umfangreichem, präzisem Datenmaterial und einigen zusätzlichen Bildern berechnen lassen, zeigt ein Video des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt: Wissenschafter haben per Computer die Marslandschaft rekonstruiert, durch die Matt Damon im Film „The Martian“ wandert. Der Film läuft seit heute in den Kinos.

Eine endlose Wüste aus rotem Sand und Geröll breitet sich vor Mark Watney (Matt Damon) auf dem Mars aus. Er ist der letzte Überlebende einer Marsmission der Nasa. Seine einzige Chance auf Rettung ist eine Rakete, die im Krater Schiaparelli steht. Allerdings ist Watney weit von ihr entfernt, 3000 Kilometer muss er dazu im unwirtlichen Gelände zurücklegen. Was seit heute in Ridley Scotts „The Martian“ in den Kinos zu sehen ist, haben auf die präzise Kartierung des Mars spezialisierte Wissenschafter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in die Realität übertragen. Das heisst, sie haben die Route Watneys mit Stereobildaten ihrer Marskamera HRSC berechnet und aufwendig rekonstruiert. Dabei entstand ein Video, das die spektakuläre Landschaft des Roten Planeten so zeigt, wie sie der einsame Astronaut tatsächlich sehen würde.

Die Produktion des Videos ist für Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung alles andere als eine fachfremde Spielerei für ein nicht-wissenschaftliches Filmprojekt: „Die Daten unserer Kamera zeigen den Mars in einer Anschaulichkeit und Detailtreue von oben, wie kaum ein anderes Experiment, nur die Bilder von der Oberfläche, von Rovern wie Curiosity, sind noch näher an der Realität dran - aber die zeigen wiederum nur einen kleinen Ausschnitt.“  Dabei sind ihm und seinen Kollegen bei der Produktion der Animation ein paar Details aufgefallen, die man vorher im räumlichen Kontext noch nicht gesehen hatte. Weiter meint er: „Deshalb haben wir diesen Film berechnet: Damit kann sich jeder ein Bild machen, wie es wäre, wenn Mark Watney wirklich durch diese Gebiete fahren müsste.“ Lediglich bei den Wolken sei man etwas kreativ gewesen, denn die seien nicht in den HRSC-Daten nicht enthalten." (mai)