Unterwegs: Salzige Grenzerfahrung in der «Terra Salina»

Teaserbild-Quelle: Elisa Detrez, Bestjobers, CRT Franche Comté

Ohne Salz ist das Leben nicht nur fad, sondern schlicht undenkbar. Über die Jahrhunderte hat sich rund um das «weisse Gold» ein reger Handel etabliert. Im schweizerisch-französischen Grenzgebiet begegnen Besucher dessen baulichen Spuren bis heute auf Schritt und Tritt.

Eine der historischen Salzstrassen verband die Salinen der französischen Franche-Comté mit den Schweizer Gebieten jenseits des Juragebirges bis hin zur Stadt Bern. Denn erst 1837 erlangten die Eidgenossen auch bezüglich Salzversorgung ihre Unabhängigkeit, dies mit der Eröffnung der Saline Schweizerhalle bei Basel.

Das schweizerisch-französische Projekt «Terra Salina» lädt zu einer kulturellen Zeitreise auf den Spuren des unentbehrlichen Minerals ein. Wer auf der historischen «Via Salina» unterwegs ist, trifft auf Wegabschnitte mit Wagenspuren, auf Salzlager und nicht zuletzt auf die beiden Salzproduktionsstätten der Franche-Comté: die «Grosse Saline» von Salins-les-Bains und die «Königliche Saline» von Arc-et-Senans.

Letztere ist das faszinierende architektonische Meisterwerk von Claude-Nicolas Ledoux (1736 – 1806). Seit 1982 gehört die «Königliche Saline» zum Unesco-Weltkulturerbe. Streng symmetrisch im Halbkreis angeordnet sind hier das imposante Eingangstor, das Herrenhaus, die Verwaltungsgebäude, die Arbeiterhäuser und die Salzsiedereien. Ausstellungen informieren über die Geschichte der Salzgewinnung und das Leben und Wirken des Architekten Ledoux.

Unterirdische Stollen

Dank der Förderung von Salzwasser und seiner Verdampfung zu Reichtum gekommen ist auch das 20 Kilometer entfernte Salins-les-Bains. In der erst 1962 geschlossenen «Grossen Saline» tauchen Besucher ab: In den unterirdischen Stollen aus dem 13. Jahrhundert mit ihren charakteristischen romanischen Bögen sind sowohl salzhaltige Brunnen als auch technische Anlagen wie Pumpen und Abwassersysteme zu sehen. 

Etwas abseits der klassischen «Via Salina» liegt das Salzbergwerk von Bex, das noch immer in Betrieb ist. Mit der Minigrubenbahn gelangen die Besucher der Waadtländer Salzminen mitten in ein riesiges unterirdisches Labyrinth. Der zugängliche 800 Meter lange Rundgang macht die technische Entwicklung in der Salzgewinnung von 1684 bis heute erlebbar.

Weitere Infos: www.terrasalina.eu

Auflugstipps der Redaktion: Das «Erbauliche» liegt so nah

Quelle: 
Luca Bravo, Unsplash

Weil das Baublatt bis am 2. August in der Sommerpause ist, verrät die Redaktion ihre Favoriten für «erbauliche» Ausflüge. Seien es historische Mauern wie jene des Klosters Muri oder des alten Schlachthauses von Burgdorf, kühlende Stollen oder chinesische Gartenbaukunst – für jedes Wetter ist etwas dabei. 

Alle Ausflugstipps finden Sie unter der Ausgabe Nr. 29/30 in unserem Archiv.

 

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