Unterwegs: Das Hauskloster Muri der Habsburger

Teaserbild-Quelle: Claudia Bertoldi

Einen Ausflug in die Architektur-, Kultur- und Kunstgeschichte mit Einblicken in die Monarchie der Habsburger – all dies bietet ein Besuch im Kloster Muri im oberen Freiamt. Eingebettet in die Hügellandschaft ist der Klosterkomplex weithin sichtbar. 

Kloster Muri mit Singisenflügel, in dem die Ausstellungen untergebracht sind.
Quelle: 
Claudia Bertoldi

Kloster Muri mit Singisenflügel, in dem die Ausstellungen untergebracht sind.

Die Anlage von Muri gehört zu den wichtigsten Kulturdenkmälern des Kantons Aargau und ist ein Bauwerk von nationaler Bedeutung. 1027 wurde das Kloster von Ita von Lothringen und ihrem Gatten Radebot von Habsburg gegründet. Als erstes von den Habsburgern gegründetes Eigenkloster diente es später als Grabstätte der beiden. Seit 1971 besteht eine neue Grablege der Habsburger in der Loretokapelle des Klosters, wo auch die Herzen des letzten österreichischen Kaiserpaares, Karl I. und Zita, beigesetzt sind. 

Im Jahr 1032 zogen die Benediktinermönche von Einsiedeln nach Muri. Die Klosterkirche wurde 1064 als romanische Dreischiffbasilika geweiht. Über acht Jahrhunderten entwickelte sich die Abtei zur heutigen Form und Grösse. Klosterkirche und -anlage vereinen Elemente verschiedener Baustile. Die Krypta ist romanisch, der Hochchor gotisch und das Oktogon ist als barocker Zentralbau errichtet. Das Oktogon ist in seiner Art einmalig und der grösste Kuppelzentralbau der Schweiz. Als der Grosse Rat des Kantons Aargau im Jahr 1841 die Aufhebung aller Klöster beschloss, mussten die Mönche nach Südtirol auswandern. Sie sind wieder zurückgekehrt. 1960 wurde im Klostergebäude das Benediktiner-
Hospiz eingerichtet. Die Klosterkirche gehört heute der Katholischen Gemeinde Muri.

Ein Rundgang ist empfehlenswert. Das Museum gibt Auskunft zu Geschichte und Leben im Kloster. Ein Rundgang führt über den Kreuzgang mit farbenprächtig bemalten Glasfenstern bis zur Klosterkirche. Ihr Innenraum wurde bis Mitte des 18. Jahrhunderts im Stil des spätbarocken Rokoko umgestaltet. Zudem ist im Gebäude das Museum für medizinhistorische Bücher untergebracht. Im April wurde die museumseigenen Sammlung von Gemälden von Caspar Wolf (1735 – 1783) eröffnet. Der aus Muri stammende Maler zählt zu den Pionieren der Schweizer Landschafts- und Alpenmalerei und war lange Zeit in Vergessenheit geraten.

Weitere Infos: www.klosterkirche-muri.ch

Auflugstipps der Redaktion: Das «Erbauliche» liegt so nah

Quelle: 
Luca Bravo, Unsplash

Wiel das Baublatt bis am 2. August in der Sommerpause ist, verrät die Redaktion ihre Favoriten für «erbauliche» Ausflüge. Seien es historische Mauern wie jene des Klosters Muri oder des alten Schlachthauses von Burgdorf, kühlende Stollen oder chinesische Gartenbaukunst – für jedes Wetter ist etwas dabei. 

Alle Ausflugstipps finden Sie unter der Ausgabe Nr. 29/30 in unserem Archiv.

 

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