Strom aus dem Champignon

Strom aus dem Champignon

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: hansbenn, Pixabay
Strom aus dem Champignon

Champignons sind auch kleine Stromproduzenten: Amerikanische Wissenschaftler haben die Schirme der Pilze mit Bakterien versehen, die Photosynthese betreiben und damit Strom produzieren können.

Quelle: 
Sudeep Joshi, Stevens Institute of Technology.

Ein für die Stromproduktion "aufgerüsteter" Champignon.

Bei den Bakterien handelt es sich um sogenannte Cyanobakterien – auch Blaualgen genannt – ,die wie grüne Pflanzen zur Photosynthese fähig sind. Die bei der Photosynthese frei werdenden Elektronen können abgeleitet und damit zur Produktion von Strom verwendet werden.

Neu ist dies nicht, jedoch waren die Einsatzmöglichkeiten der Mikroben bislang ziemlich beschränkt, weil sie auf künstlichen Oberflächen nicht lange überleben können. Dies brachte Manu Mannoor vom Steven Institute of Technology in Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey auf den Gedanken, den Cyanobakterien ein angenehmeres und artgerechteres Umfeld zu bieten: Champignons. Dies, weil die Pilze über die durchlässige Oberfläche ihres Kopfes Nährstoffe und Wasser mit der Umgebung austauschen und so Mikroben ein ideales Zuhause bieten können.                                                

So bedruckten die Forscher die Pilzschirme zunächst mit einem Netz aus leitendem Kunststoff. Darüber brauchten sie eine Spirale aus biologischer Tinte an. Wo sie das Netz kreuzt, werden Elektronen ausgetauscht – und Strom entsteht. Allerdings ist die Ausbeute noch relativ gering: Damit ein LED-Lämpchen leuchten kann, braucht es mehrere Champignons.

Abgesehen davon, dürften die Wissenschafter das Bahnbrechende an ihrer Entdeckung woanders sehen: Sie hätten erstmals gezeigt, dass ein hybrides System aus zwei unterschiedlichen mikrobiologischen Welten möglich sei. Daraus könnten sich laut Mannoor „enorme Möglichkeiten für neuartige, bio-hybride Applikationen“ ergeben. „Während die einen Bakterien leuchten, können andere giftige Substanzen aufspüren oder Treibstoff produzieren“, sagt Mannoor. Die Bereiche, die von solchen Verbindungen von Mikroben und Nanomaterialien profitieren könnten, sind vielfältig. Mannoor kann sich vorstellen, dass sie etwa im Umweltschutz, zur Verteidigung oder in der Medizin dienen könnten. (mai/pd)