Sonnen- und Windenergie: Schweiz schneidet schlecht ab

Sonnen- und Windenergie: Schweiz schneidet schlecht ab

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Teaserbild-Quelle: labete, flickr, CC

Was die Pro-Kopf-Produktion von Strom aus Sonne und Wind angeht, hinkt die Schweiz hinterher, wie das Ökostrom-Ranking der Schweizerischen Energiestiftung zeigt. Mit ein Grund dafür ist allerdings, dass Energie aus Wasserkraft bei der Berechnung nicht berücksichtigt wurde.

Letztes Jahr hat die Schweiz 167 kWh Strom aus Sonnen- und Windenergie erzeugt. Das sind laut der Schweizerischen Energiestiftung (SES) nur knapp zwei Prozent des jährlichen pro-Kopf-Verbrauchs. Im Vergleich mit den umliegenden Ländern hat die Schweiz damit am wenigsten Strom aus diesen Quellen erzeugt. Im Öko-Ranking der SES landet sie damit auf dem letzten Platz. Bezieht man alle Länder Europas mit ein, liegt die Schweiz auf Platz 25 von 29. Nur Slowenien, die Slowakei, Ungarn und Lettland produzieren noch weniger Sonnen- und Windstrom, wie es in einer Mitteilung heisst.

Als Grund ortet die Stiftung die Finanzierung. Auf der Warteliste der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) würden bereits mehr als 37‘000 Projekte auf ihre Realisierung warten, heisst es. Diese könnten pro Jahr insgesamt über drei Terrawattstunden produzieren. „Damit wäre die Jahresproduktion des AKW Beznau 1, das aktuell wegen Sicherheitsbedenken vom Netz ist, bereits ersetzt.“ Wären all diese Projekte jetzt schon umgesetzt, würde die Schweiz im europäischen Mittelfeld liegen und gesamteuropäisch den Rang 12 von 29 einnehmen, im Vergleich mit den umliegenden Ländern sogar Platz 5 von 9.

Was in der Vergleichsstudie der SES nicht berücksichtigt worden ist, ist der Strom aus Wasserkraft. Dort ist die Schweiz bekanntlich stark unterwegs, liegen doch viele Flüsse und Seen hier, die für die Energieproduktion genutzt werden. Als Begründung für dieses Weglassen nennt die Stiftung, dass das wirkliche Potenzial für den Zubau bei der Sonnen- und Windenergie liegt, wie die NZZ schreibt. Bei der Wasserkraft werde das Ausbaupotenzial auf nur noch etwa fünf Prozent geschätzt, weshalb man sie beim Vergleich weggelassen habe. (mt/pd)

(link is external) Hier können Sie eine Grafik zum Ranking herunterladen

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