Neue Erkenntnisse beim Campus Biel

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Teaserbild-Quelle: Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Neubauten der Berner Fachhochschule auf dem Campus Biel sollen die künftige Aus- und Weiterbildung auf ein solides Fundament stellen. Doch zunächst bietet die Baugrube die einmalige Gelegenheit, den Blick weit in die Vergangenheit zu richten.

Quelle: 
Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Zwei Pfähle aus Eichen- und Weisstannenholz blieben in den Sedimentschichten erhalten.

Dazu führt der archäologische Dienst des Kantons Bern seit Frühjahr in der Baugrube Sicherungsgrabungen durch. Zutage gefördert wurden Pfähle, die damals wohl einen Weg säumten. Auf einer Länge von 43 Metern konnten Eichenhölzer freigelegt werden, die aufgrund von dendrochronologischen Untersuchungen auf das Jahr 2706 vor Christus datiert werden. Rund 1000 Jahre älter ist eine dichte, doppelreihige Palisade, die als Befestigung den damaligen Siedlungsraum umgab.

Zum Vorschein kamen auch Keramikscherben, Werkzeuge sowie Waffen aus Silex oder Felsgestein. Die Sedimentschichten geben zudem Auskunft über die Ernährungsgewohnheiten der jungsteinzeitlichen Siedler. Neben Tierknochen von Speiseabfällen umfassen die Funde Getreidekörner und Kerne von Sammelpflanzen wie Himbeeren. Die Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit befinden sich rund fünf Meter unter der heutigen Oberfläche.

Die Artefakte erlauben Rückschlüsse auf die damalige Siedlungsstruktur. Wegen des hohen Alters sind die Funde wissenschaftlich sehr ergiebig. Bei der Fundstätte in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Biel handelt es sich um die älteste bisher bekannte Pfahlbauersiedlung am Bielersee.

Wer vor Ort einen persönlichen Augenschein nehmen will, kann dies am kommenden Freitag tun. Dann organisiert der archäologische Dienst des Kantons Bern ab 14 Uhr Führungen durch das Ausgrabungsgelände. (sts/pd)

Quelle: 
Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Die Siedlungsreste befanden sich fünf Meter unter der Oberfläche.