Raumplanung in Tatarstan: Die Plätze dem Volk

Die autonome Republik Tatarstan im Südwesten Russlands gilt als eine der reichsten Republiken der Russischen Föderation, sie ist nach der Region um Moskau einer der wichtigsten Wirtschaftsräume des Landes.  Vor rund drei Jahren lancierten die Behörden dort ein Entwicklungsprogramm für öffentliche Plätze. 

Damit sollen vor allem Orte geschaffen werden, die als Treffpunkt oder Erholungsraum dienen können. Mittlerweile sind 328 solche Projekte verwirklicht worden, sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum. Ihre Bandbreite ist gross: Sie reichen von Strassen und Plätzen über Pärke bis hin zu Flussufern und Pavillons oder Schwimmbädern, wie der «Beach» in Almetyevsk (Bild). Das Programm soll noch bis 2022 andauern. Allerdings sorgen die neuen Treffpunkte nicht nur für mehr Lebensqualität: «Als ich dazu stiess, gab es gerade Mal zwölf Hersteller von Strassenmöblierungen, heute sind es 75», sagt Kuratorin Natalia Fishman, die am Programm mitarbeitet. «Das heisst, all das Geld, das wir in die Entwicklung stecken, kommt wieder der lokalen Wirtschaft zugute.»

Die vielfältigen Massnahmen haben auch das Interesse der Jury des Aga-Khan-Award geweckt: Das Programm ist unter den nominierten Projekten für die diesjährige Ausgabe. Mit der von Aga Khan IV gestifteten Auszeichnung werden alle drei Jahre Architekturprojekte in zumeist islamischen Ländern geehrt, die nicht nur innovativ sind, sondern auch die Lebensqualität verbessern.

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