Rathausführer für Kinder: Kennst Du das Basler Rathaus?

Teaserbild-Quelle: Michael Fritschi, foto-werk.ch

Warum der goldene Dachreiter des Basler Rathauses so krumm ist und weshalb man das Rathaus mit derart vielen Bildern ausgeschmückt hat: Ein neuer Rathausführer für Kinder erläutert höchst unterhaltsam Details über die Details, nach denen zu fragen den wenigsten in den Sinn käme.

Was wir hier sehen, ist eigentlich nicht ein Rathaus. Es sind drei», sagt Oswald Inglin, Basler Grossrat, vor dem Basler Parlamentsgebäude auf dem Marktplatz. «Das ursprüngliche Rathaus umfasste nur das Gebäude mit den Arkaden. Damals stand der goldene Dachreiter also tatsächlich in der Mitte.» Wenn er schon dabei ist, erzählt er auch gleich, warum der Dachreiter so auffallend nach vorne rechts verdreht ist: «Als man ihn 1511 aus ungetrocknetem Eichenholz baute und zum Schutz gegen die Witterung mit Bleiblech überzog, wurde er nicht aufgesetzt, sondern als Teil des Dachstocks behandelt und direkt mit ihm verbunden. Als das Holz dann allmählich trocknete, verzog es sich Richtung Sonneneinstrahlung.»

Vergoldet wurde das Türmchen übrigens erst im 19. Jahrhundert. 50 Gramm Goldfolie genügen für den ganzen Turm – die alle vierzig Jahre erneuert werden müssen. Das Rathaus wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zu klein für die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung. Zweimal musste man ganze Gebäudeteile ergänzen. Die jüngsten stammen von 1900 / 1901: der Turm ganz rechts und die Neue Kanzlei ganz links. «Die Diskussion um die Rathauserweiterung schlug damals hohe Wellen: Sollte man den bestehenden Bau symmetrisch erweitern? Oder doch einen Turm bauen, wie es vor allem bei deutschen Rathäusern damals üblich war?» Es kam zu einer Volksabstimmung.

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