10:11 VERSCHIEDENES

Lost Ski Area Projects: Immer mehr kleine und mittlere Skigebiete geben auf

Geschrieben von: Stefan Breitenmoser (bre)
Teaserbild-Quelle: Christoph Schuck

Der deutsche Wissenschaftler Christoph Schuck hat zusammen mit seinem Kollegen Matthias Heise untersucht, wieso immer mehr kleinere und mittlere Skigebiete in der Schweiz den Betrieb aufgeben müssen. Im Interview erklärt er, wieso der Schneemangel nur einer von vielen Gründen ist und wieso er nicht glaubt, dass sich die Situation noch ändern wird.

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Quelle: Christoph Schuck

Seit 2013 stehen die Bahnen im Skigebiet Confin auf dem San Bernardino grösstenteils still. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Wintersportbetriebs lebt aber noch.

Als Politikwissenschaftler aus dem Ruhrgebiet sind stillgelegte Skigebiete, sogenannte Lost Ski Area Projects (LSAP), auch im geographischen Sinne nicht das naheliegendste Thema. Wie sind Sie darauf gestossen?

Christoph Schuck: Das stimmt. Schwerpunktmässig forschen wir im Bereich der internationalen Sicherheitspolitik, etwa zu Terrorismus und militärischen Interventionen. Uns hat aber das LSAP-Thema schon immer fasziniert, auch, weil wir Parallelen zu den Strukturwandelprozessen wie beispielsweise im Ruhrgebiet erkannt haben. Der grosse Unterschied ist, dass die LSAP-Prozesse bisher kaum wissenschaftlich untersucht worden sind. Als Forschende reizt uns das Aufdecken solcher «weissen Flecke» natürlich ungemein.

Viele Schweizer werden wohl wehmütig, wenn Sie die Bilder in Ihrem Buch «Letzte Bergfahrt» betrachten. Geht es Ihnen auch so?

Aus der Perspektive eines begeisterten Skifahrers: auf jeden Fall. Und natürlich besonders dann, wenn man sich bewusst macht, welch grosse, aber vergebliche Anstrengungen die Menschen in den betroffenen Gemeinden unternommen haben, um ihr Skigebiet doch noch zu retten.

Als Wissenschaftler sehe ich die Sachlage natürlich nüchterner: Viele der stillgelegten Gebiete waren einfach nicht überlebensfähig und hätten wohl dauerhaft massiv subventioniert werden müssen. Aus dieser Perspektive sind die Schliessungen schon auch nachvollziehbar.  

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