Keine Hormone im Abwasser dank Reis?

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Keine Hormone im Abwasser dank Reis?

Endokrine Disruptoren – chemische Stoffe, die das Hormonsystem von Lebewesen schädigen, –  finden sich in Industriechemikalien, Bioziden, Pestiziden, Kosmetika und selbst in natürlichen Produkten. Je nachdem gelangen sie über Ausscheidungen von Menschen und Tieren ins Abwasser. Dieses von solchen Substanzen zu befreien ist äusserst schwierig. Geht es nach Forschern um Jae-woo Choi und Kyung-won Jung  vom Korea Institute of Science and Technology (KIST) lässt sich das mit Reis ändern.

Reispflanze, Symbolbild.
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Könnte für saubereres Wasser Sorgen: Reispflanze. (Symbolbild)

Sie haben aus Schalen von Reiskörnern einen kohleartigen Katalysator hergestellt: Zunächst führten die Wissenschafter eine hydrothermale Karbonisierung durch. Dazu wurden die Reishülsen in Wasser eingerührt. Danach wurde das Gemisch unter Luftabschluss auf etwa 200 Grad Celsius erhitzt und zuletzt das so gewonnene Materials mit nanometergrossen Partikeln aus Mangandioxid  überzogen - und fertig war der Katalysator.

Ähnliche Katalysatoren aus anderen Produkten

Während sich mit bisherigen Verfahren nur 80 Prozent des Umweltgifts Bisphenol A – es steckt in vielen Kunststoffen, Bodenbeschichtungen und anderen alltäglichen Materialien – entfernen lassen, weil sich die Moleküle nur schwer knacken lassen, sind mit dem neuen Katalysator beinahe 100 Prozent möglich. Das heisst: Während einer einstündigen Behandlung konnten mehr als 95 Prozent der schädlichen Moleküle geknackt werden. Kombiniert mit Ultraschall von einer Frequenz von 20'000 Hertz, der 20 Minuten einwirkte, waren es gar 100 Prozent. Mit der Zeit reduziert sich die Wirkung des Katalysators allerdings. Doch auch nach vielen Tests entfernte er gemäss den Forschern immer noch mindestens 93 Prozent der Schadstoffe.

„Wir erwarten, dass wir durch weitere Forschungsarbeit ähnliche Katalysatoren aus anderen biologischen Abfallprodukten herstellen können“, sagt Jung. Das wäre für Länder interessant, in denen kein Reis angebaut wird. Möglicherweise funktioniert die Katalysatorherstellung auch mit den Resten, die bei der Getreideernte übrig bleiben. (mai/mgt)