Interview zur Bau München 2019: "Spannende und herausfordernde Messetage"

Wenn die Bau München am 14. Januar ihre Tore öffnet, ist sie so gross wie nie zuvor: Mit den neuen Hallen umfasst sie eine Ausstellungsfläche von rund 20 000 Quadratmetern. Welche Herausforderungen sich bei der Organisation der Messe stellten und was man nicht verpassen sollte, weiss Mirko Arend, Projektgruppenleiter der Bau.

Mit den neuen Messehallen wird die Ausstellungsfläche einiges grösser. Welche Chancen und Herausforderungen hat dieser Umstand zur Folge?

Durch die neuen Hallen C5 und C6 haben wir 20 000 Quadratmeter mehr Platz. Das gab uns die Möglichkeit, besonders stark nachgefragte Ausstellungsbereiche zu vergrössern. Bauchemie, Bauwerkzeuge, Bodenbeläge und die «Bau IT» bekamen so mehr Fläche. Ausserdem konnten wir mit dem Bereich «Licht / Smart Building» ein neues Thema in die Bau integrieren. Eine wesentliche Herausforderung besteht sicher auch in der Kommunikation. Wir müssen die Besucher zielorientiert auch über die neuen Möglichkeiten und Ausstellungsbereiche informieren und den zu erwartenden Besucherstrom sinnvoll auch über den neuen Eingang Nordost leiten.

In diesem Jahr findet nach der Bau München wenig später die «Bauma» statt. Wirkte sich dies auf die Organisation der Bau München in irgendeiner Form aus?

Bietet dieser Umstand Herausforderungen oder Chancen? Unmittelbare Auswirkungen auf die Organisation hat dieser Umstand keine. Die Herausforderung besteht eher darin, Fachbesuchern, die mit beiden Messen nicht so vertraut sind, den Unterschied zu verdeutlichen. Zudem werden Besucher aus Übersee möglicherweise nur einmal die Reise nach München antreten und sich dann für eine der beiden Messen entscheiden, je nachdem, wo ihr Schwerpunkt liegt.

Was bedeutet Ihnen persönlich die Bau München?

Es ist das berufliche Highlight des Jahres 2019, auf das wir zwei Jahre lang hingearbeitet haben. Ich freue mich schon jetzt auf spannende und herausfordernde Messetage. Vor allem freue ich mich allerdings als Sohn eines Mauermeisters und selbstständigen Handwerkers auf die mit den beiden neuen Hallen erweiterten Handwerksbereiche. Die Bau wird damit auch zu Europas grösster Handwerksmesse für das Bau- und Ausbaugewerbe.

Welches sind aus ihrer Sicht die Highlights der Messe?

Zuerst einmal die Präsentationen unserer Aussteller, für die die Bau, genauso wie für uns, das Highlights des Jahres ist. Dann natürlich unser Forenprogramm mit tollen Vorträgen und Auftritten bekannter Architekten wie Nathalie de Vries oder Kees Christiaanse. Ein Highlight ist auch der neue Treffpunkt Handwerk in Halle C6, mitten unter den Bauwerkzeug-Herstellern. Oder das Training der Handwerker-Nationalmannschaft im Eingang Ost. Es gibt in der Tat noch einiges mehr, was man nennen könnte.

Die Sonderschauen der Bau sind dem Thema «Zukunft» gewidmet. Welches sind für Sie die grossen Herausforderungen der Baubranche in den kommenden Jahren? Und was kann eine Messe wie die Bau München dazu beitragen?

Wir können diese Herausforderungen als Messeplattform ein Stück weit hervorheben und natürlich auf der Messe thematisieren. Das tun wir unter anderem in unseren Foren und Sonderschauen. Über allem steht aktuell die Digitalisierung des Bauens Sie ist zugleich der Innovationstreiber für andere zukunftsweisende Entwicklungen wie die Vorfertigung in der Fabrik oder das Zusammenwachsen von Wohn- und Arbeitswelten.

Heuer wird die Messe um den Ausstellungsbereich «Licht/ Smart Building» erweitert. Was gab hierzu den Ausschlag?

Das Thema Lichtkonzept spielt eine immer grössere Rolle im Gesamtkonzept eines Gebäudes. In unserem neuen Ausstellungsbereich verbinden wir das Thema Licht mit dem Thema Gebäudeautomation. Es geht um Lichtlenkung, Lichtsteuerung, Lichtkonzepte, um Tageslicht versus Kunstlicht. Dieses neue Segment wird auch ein Bindeglied sein zu bereits bestehenden Bereichen wie Fassadensysteme, Fenster und Türen oder Energietechnik.

Neu gibt es an der Messe auch das «Digital Village». Welche Themen stehen hier im Fokus und weshalb?

Das «Digital Village» wird Teil unserer «Bau IT»- Halle. Es ist ehrlich gesagt ein kleines Experiment: Es bringt digitale Initiativen der Baubranche, ob von Softwareunternehmen oder von der Bauindustrie selbst, zusammen, und das an einen Ort. Ausgewählte Start-Ups zeigen ihre Innovationen rund um die digitale Zukunft des Bauens und am Ende der Messelaufzeit prämieren wir die beste digitale Idee für die Zukunft des Bauens.

Und wo sehen Sie die Herausforderungen für die nächste Zeit, welche die Digitalisierung mit sich bringt?

Es geht vor allem um die Frage, ob digitale Werkzeuge wie BIM, die bei Grossprojekten und öffentlichen Bauten bereits Standard sind, künftig auch im Alltag Anwendung finden, bei Mehrgeschossbauten oder Ähnlichem. Das gleiche gilt für Bestandsmassnahmen. Auch die Digitalisierung der Baustelle und besonders der Baustellenlogistik ist ein grosses Thema.

(Interview: mai)

Autoren

Chefredaktorin Baublatt

Ihre Spezialgebiete sind Architekturprojekte, Kultur- und Wissenschaftsthemen sowie alles Schräge, was im weitesten Sinn mit Bauen zu tun hat.

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