Ehemaliger ETH-Präsident Hans Heinrich Hauri verstorben

Ehemaliger ETH-Präsident Hans Heinrich Hauri verstorben

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Teaserbild-Quelle: © ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Der frühere Präsident der ETH Zürich, Hans Heinrich Hauri, ist am 1. Oktober in seinem 95. Altersjahr gestorben. Er hatte das Amt zwischen 1968 und 1973 inne und gründete ausserdem das Institut für Hochbautechnik.

Hans Heinrich Hauri prägte das Wachstum und den Ausbau der ETH Zürich wesentlich mit. Er diplomierte dort 1947 als Bauingenieur und absolvierte danach seine Assistenzzeit, wo er unter anderem erstmals statische Modellmessungen mit elektronischen Mitteln und mit Kunststoffen durchführte.  1963 wählte ihn der Bundesrat zum ordentlichen Professor für Baustatik und Konstruktion. Wie die ETH in einer Todesanzeige in der «NZZ» schreibt, wurde er 1968 Präsident. «In diese Zeit fielen grosse Bauaufgaben im Zentrum und auf dem Hönggerberg, eine starke Vergrösserung des Lehrkörpers, aber auch die Studentenunruhen», ist in einem Dokument des ETH Web-Archivs nachzulesen.

Fünf Jahre später trat Hauri zurück und widmete sich danach der Ausbildung der Studierenden an den Abteilungen Architektur und Bauingenieurwesen. «Er gründete das Institut für Hochbautechnik und befasste sich dort als Professor und Vorsteher namentlich mit den wichtigen Problemen der Bauphysik und deren Auswirkungen auf den Entwurf der Tragkonstruktion», heisst es in der Todesanzeige weiter. In seinem Unterricht habe Hauri stets Wert auf den Brückenschlag zwischen Architekten und Ingenieuren gelegt. So setzte er sich im Architekturstudium für den Fokus auf Mathematik und Physik ein und sensibilisierte Ingenieurstudenten für Design und Ästhetik.

Aufgewachsen ist Hans Hauri in Seengen im Kanton Aargau. 1950 gründete er zusammen mit einem Kollegen das Ingenieurbüro Fietz & Hauri in Zürich, das sich rasch in den Bereichen Wohnungs-, Industrie-, Labor-, Schul- und Brückenbau etablierte. Hauri entwickelte beispielsweise ein neuartiges Fundament für das erste Protonensynchrotron am europäischen Kernforschungslaboratorium Cern. 1959 begann er am Technikum Winterthur zu lehren, bis er zurück an die ETH berufen wurde. (sda/mt)