Das schwärzeste Schwarz

Teaserbild-Quelle: Sergio Ibanez, Unsplash
Das schwärzeste Schwarz

Rabenschwarz ist nichts dagegen. Dreidimensionale Objekte verwandeln sich in flächige Formen, wenn sie mit dem bislang schwärzesten Schwarz überzogen werden. Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) sind dem absoluten Schwarz näher gekommen.

Der 16.78-karätige Diamant, der zurzeit in der New Yorker Börse im Rahmen der Schau «The Redemption of Vanity» (Die Erlösung der Eitelkeit) ausgestellt wird, würde eigentlich in hellem Gelb erstrahlen. Bräche sich das Licht auf seiner Oberfläche, glitzerte und funkelte er, je nach Einfallswinkel leuchteten regenbogenfarbene Prismen auf. Dem ist aber nicht so. Der rund Zwei Millionen Dollar teure Edelstein wurde mit einem besonderen Überzug versehen, der ihn als schwarze Fläche erscheinen lässt.

Bei dem Schwarz handelt es sich um das schwärzeste Schwarz, das jemals geschaffen worden ist: Es frisst mehr als 99,96 Prozent des Lichts. Die Farbe Schwarz entsteht, wenn ein Material einfallendes Licht beinahe vollständig schluckt.

Ein Wald aus Nanoröhren

Hinter der Entwicklung stecken Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Allerdings haben sie das Material, das den Diamanten beinahe verschwinden lässt, durch Zufall entdeckt: Brian Wardle und Kehang Cui suchten nach einer Möglichkeit, Kohlenstoff-Nanoröhren auf einer Aluminiumfläche wachsen zu lassen, als wie dies bis anhin der Fall ist.

Dazu probierten die Wissenschaftler verschiedene Methoden aus, unter anderem legten sie Aluminium in verschiedene Lösungen bevor die Nanoröhren angebracht wurden. Beim Test mit der Salzlösung geschah es: die Nanoröhren wuchsen wie ein Wald auf dem Untergrund. «Ich erinnere mich, dass mir auffiel, wie schwarz es war, bevor die Kunststoffnanoröhren darauf gewachsen sind. Danach war es noch schwärzer», wird Cui in der Medienmitteilung des MIT zitiert.

Die Suche nach dem absoluten Schwarz

Die Anwendungen für das bislang schwärzeste Schwarz sind vielfältig. Als mögliche Einsatzgebiete führt Wardle unter anderem den Streulichtschutz bei Weltraumteleskopen an, der unerwünschtes Licht fernhält. Aber auch die Kunst könnte sich die Farbe zunutze machen: «Natürlich haben sich schon die Künstler der Renaissance für das Schwarz interessiert. Unser Material ist zehnmal schwärzer als alles davor.» Allerdings wird man irgendwann ein noch tieferes und finstereres Schwarz entdecken, davon ist Wardle überzeugt. «Irgendwann werden wir alle Mechanismen verstehen, die ultimativem Schwarz zu Grunde liegen und es herstellen können.» (mai)