Das „heisse“ Geheimnis des Giant’s Causeway

Das „heisse“ Geheimnis des Giant’s Causeway

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Teaserbild-Quelle: Chmee2, CC BY 3.0, Wikimedia
Der Damm des Riesen

Die bizarr geformten Felsen an der irischen Küste scheinen nicht von dieser Welt: Der Giant’s Causeway – oder der Damm des Riesen – ist eine riesige, von der Natur geschaffene Skulptur aus bis zu zwölf Meter hohen Basaltsäulen.

Giant's Causeway.
Quelle: 
Chmee2, CC BY 3.0, Wikimedia

Bizarre Felsformation: der Giant's Causeway.

Etwa die Hälfte hat einen sechseckigen Grundriss, die übrigen Säulen weisen ja nachdem zwischen vier- bis acht Ecken auf. Entstanden ist die Gesteinsformation, die sich über rund Kilometer der Küste entlang zieht und schliesslich im Meer endet, vor zirka 60 Millionen Jahren aus Lava. Denn kühlt Lava ab, bildet sie ab einer gewissen Temperatur solche regelmässigen Formen. Vom Vulkan dessentwegen die Landschaft entstanden ist, ist allerdings längst nichts mehr zu sehen, er ist längst erodiert.

Bislang war nicht klar, bei ab welcher Temperatur sich die Säulen bilden. Der Grund: Da solcher Basalt Millionen Jahre alt ist, kann man nicht direkt beobachten, wie sie entstehen.  Ein Forscherteam der britischen Universität von Liverpool ist dem Prozess nun auf die Schliche gekommen. Die Wissenschafter haben Lavagesteinsproben vom Vulkan Eyjafjallojökull in Island untersucht, denn auch hier haben sich solche Säulen gebildet. Dazu erhitzten sie die Proben, die sie am Kopf- und Fussende zur Simulation der Spannung fixiert hatten, auf über 980 Grad. Ab dieser Temperatur fängt der Stein zu schmelzen an. Danach wurde das Material abgekühlt. Als es noch zwischen 840 und 890 Grad heiss war, begannen sich wegen der Spannung Risse zu bilden. Im Zuge der zunehmend sinkenden Temperaturen im Stein dehnten sich die Zwischenräume aus, bis schliesslich so gross waren, dass aus der erkalteten Lava ein säulenartiges Gebilde entstand.

Laut den Forschern helfen solche Erkenntnisse, aktive Vulkane besser zu verstehen. Ausserdem erklären sie, weshalb bei Bohrungen in isländischem Vulkangestein Kühlfüssigkeit verschwindet: Offenbar versickert sie in den in den Risssen, die sich bei der Abkühlung bilden. (mai/mgt)