DAM Preis 2019 geht an «Kulti» in Dresden

DAM Preis 2019 geht an «Kulti» in Dresden

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Teaserbild-Quelle: Christian Gahl / gmp Architekten

Alljährlich werden mit dem DAM Preis bemerkenswerte Bauten in Deutschland ausgezeichnet. Preisträger ist dieses Jahr der Kulturpalast Dresden, der durch die gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner umgebaut und modernisiert wurde. 

Seit nun mehr 12 Jahren zeichnet das Deutsche Architekturmuseum herausragende Bauten in Deutschland aus. Etwa 100 bemerkenswerte Gebäude oder Ensembles werden dafür jedes Jahr vom Museum nominiert. Seit 2017 werden die ausgewählten Bauwerke zudem jährlich im Architekturführer Deutschland unter dem Verleger DOM publishers vorgestellt. 

Preisträger des DAM Preises ist dieses Jahr der zwischen 1967 und 1969 erbaute Dresdner Kulturpalast. 2008 wurde «Kulti» – wie der Bau von der Bevölkerung genannt wird – in die Denkmalschutzliste aufgenommen. Im gleichen Jahr startete die Stadt Dresden einen Wettbewerb. In der früheren multifunktionellen Kongresshalle in der Mitte des Hauses sollte ein neuer Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie entstehen. Auch eine neue Zentralbibliothek und ein Theatersaal mit 250 Plätzen sollte integriert werden. Und das alles neben der Auflage zum Erhalt der denkmalgeschützten Glasfassade.

Die gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner schlugen dabei vor, die Bibliothek im ersten und zweiten Geschoss ringförmig um den Konzertsaal zu legen. Der neue Konzertsaal wurde von gmp-Partner Stephan Schütz verantwortet, der bereits in China Grossprojekte wie das Opernhaus Qingdao und das fast 200‘000 Quadratmeter grosse Nationalmuseum in Peking gebaut hatte. Im inneren des Hauses ist so ein mit hellem Holz gefertigter, optisch warmer Konzertsaal mit 1'750 Plätzen entstanden. 

Bei der Sanierung der denkmalgeschützten Fassade des Kulturpalastes hielt sich gmp zurück. So musste die Gipsrasterdecke im Foyer für den Einbau der neuen Technik zwar abgerissen werden. Dabei entdeckte man aber die alten Matrizen wieder, die das Giessen einer neuen Decke mit der ursprünglichen Kassettenstruktur ermöglichten. So wurde auch das Wandfries «Unser sozialistisches Leben» im Foyer des ersten Stocks und das 315 Quadratmeter grosse Mosaik «Der Weg der Roten Fahne» an der Westfassade denkmalpflegerisch erneuert.  

DAM Preis 2019: Die Finalisten

Auch der Neubau für die Akademie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn der Waechter + Waechter Architekten gehört zu den Finalisten. Gemäss dem DAM ist mit dem pavillonartigen System eine Hüllenstruktur für ein offenes Lernen der Mitarbeiter der GIZ realisiert worden.

Ebenfalls in die engere Auswahl schaffte es der Neubau der Stadtbibliothek in der Stadt Rottenburg am Neckar. Das Gebäude aus der Feder von harris & kurrle architekten schaffe einen «städtebaulichen Spagat», ein Stadttor zu bilden, zur kleinteiligen historischen Bebauung zu vermitteln und zugleich zurückhaltend und selbstbewusst mit der Baumasse des angrenzenden Bischöflichen Ordinariats umzugehen, wie das Museum in einer Mitteilung schreibt. 

Zu den Finalisten zählte dieses Jahr auch das integrative Bauprojekt am ehemaligen Blumengrossmarkt mit Künstlerateliers, Ladenlokalen und Wohnungen in der südlichen Friedrichstadt, Berlin. Das in einer Arbeitsgemeinschaft von ifau und Heide & von Beckerath geplante Gebäude bietet  vielfach differenzierte Wohnungsgrundrisse. (pd/pb)