Besondere Orte: Eine Nacht im Fels verbringen

Besondere Orte: Eine Nacht im Fels verbringen

Gefäss: 

Den Wunsch nach Ferien in völliger Abgeschiedenheit kann die schwedische Stadt Sala erfüllen: In einer alten Mine, in rund 155 Metern Tiefe, befindet sich eine Hotelsuite zum Übernachten.

Die Sala-Silbermine galt früher als die grösste und wichtigste Silberquelle von Schweden. Nachdem im 16. Jahrhundert das silberhaltige Grundgestein entdeckt wurde, begann die Ausbeutung. So wurde das ganze Land mit dem Metall versorgt.

Vier Jahrhunderte später, im Jahr 1908, war die Mine komplett ausgeschöpft. Entsprechend riesig war auch das unterirdische Netzwerk: Die Gesamttiefe belief sich auf 300 Meter mit über 20 Kilometern an Tunnels.

Mit dem verlassenen unterirdischen Netz wusste die Stadt Sala etwas anzufangen: Sie verwandelte die Mine kurzerhand in eine Touristenattraktion. In den grossen, leeren Hallen werden Konzerte abgehalten, es gibt Führungen in die Tiefe und – das Skurrilste – ein Hotelzimmer in einem der Hohlräume, rund 155 Meter unter der Erde.

Die komfortable Hotelsuite ist eingerichtet mit Kerzen, einem Doppelbett, Spiegel, Essbereich und natürlich silberfarbenen Sesseln. Hier lässt es sich durchaus aushalten – auf jeden Fall besser als bei den Arbeiten vor 400 Jahren. Das Zimmer ist sogar beheizt: Während die umliegenden Tunnels konstant eine Temperatur von kalten zwei Grad aufweisen, besitzt die Suite angenehme 18 Grad. Natürlich gibt es in dieser Tiefe keinen Handyempfang. Der einzige Kontakt zur Aussenwelt stellt ein Telefon dar, um einen Hotelmitarbeiter zu kontaktieren. Bemerkenswert: Da früher die Mittel und Ressourcen fehlten, brauchten die Arbeiter allein für den vergleichsweise eher kleinen Hohlraum des Zimmers ganze 10 Jahre.

Gemäss Besuchern ist die Übernachtung in der Mine „ein besonderes Erlebnis“. Bei Klaustrophobie wird allerdings von einem Besuch abgeraten... (pb)