Der digitalisierte Bauingenieur profitiert

Der digitalisierte Bauingenieur profitiert

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Der digitalisierte Bauingenieur

Neue digitale Werkzeuge wie das parametrische BIM-Ausführungsmodell unterstützen Bauingenieure in ihrem Arbeitsalltag – wenn sich diese darauf einlassen. Worauf es beim Eintauchen in digitale Welten ankommt, erfuhren Interessierte an der erstmals durchgeführten Fachveranstaltung «Swiss Dimensions».

Wenn Bauingenieure die Tragwerke eines Gebäudes planen, sind sie zwangsläufig unter Zeitdruck. Von ihrer Arbeit hängt es schliesslich ab, wann die Ausführung auf der Baustelle beginnen kann. Doch die Qualität der Planung darf unter dem Tempodiktat niemals leiden, auch nicht bei kurzfristigen Änderungswünschen vom Auftraggeber, von dessen Architekten oder den involvierten Fachplanern. Building Information Modeling (BIM) verspricht dem Bauingenieur einen Ausweg aus diesem Dilemma, mit neuen digitalen Werkzeugen wie dem parametrischen Vordimensionierungs- und Ausführungsmodell.

Bei diesem sind im Unterschied zu einem gewöhnlichen digitalen 3D-Modell sämtliche Elemente und Modelltypen durch intelligente Beziehungen miteinander verknüpft. Änderungen lassen sich damit präzise, transparent und effizient ausführen, wie die «Swiss Dimensions» aufzeigte. Die erstmals von der MEB Group durchgeführte Veranstaltung, die unter dem Motto «Digital Planen. Digital Bauen. Digital Vermessen.» stand, war auf Anhieb ausgebucht. Den Weg auf den Campus Sursee fanden rund 550 Entscheider und Anwender.

Zwei Fehlversuche

Michael Inauen und Sandro Reinhard von der Liesch Ingenieure AG kennen beide Rollen gut. Als Mitinhaber respektive BIM-Verantwortlicher des Churer Ingenieurbüros mit 13 Mitarbeitenden haben sie 2015 begonnen, sich mit dem Einstieg «in die schöne neue Planungswelt» auseinanderzusetzen.

Ihre Erfahrungen zeigen, dass es bis zur erfolgreichen BIM-Einführung unter Umständen einen langen Atem und mehrere Anläufe braucht. Zweimal landeten die Verantwortlichen bei der Evaluation der richtigen Modellierungs-Software in einer Sackgasse. Und zweimal rappelten sie sich wieder auf.

Den ersten wenig ambitionierten Anlauf nahm das Ingenieurbüro Liesch 2016 mit der Software Revit von Autodesk. Ohne den Besuch einer Schulung sollte ein Mitarbeiter lediglich Schalungspläne auf Stufe Bauprojekt erstellen und Massenauszüge als Grundlage für die Ausschreibung nach dem Normpositionenkatalog (NPK) generieren.

«Aber der Bündner Markt verlangte damals noch kein BIM», erinnert sich Reinhard. «Und wegen des isolierten Einsatzes in nur einzelnen Teilgebieten schaute in Anbetracht des zusätzlichen Zeitaufwandes ein zu geringer Mehrwert heraus.» Dieser Weg endete also ohne Erfolgserlebnis.

Doch die Liesch-Verantwortlichen liessen sich nicht entmutigen. 2017 starteten sie den zweiten BIM-Versuch, diesmal mit dem neuen Software-Partner Allplan. «Wir hatten es nun etwas grösser aufgezogen und zu dritt eine Schulung besucht», erzählt Reinhard. «Danach erstellten wir unsere Schalungs- und Bewehrungspläne auf Ausführungsstufe mit der neuen BIM-Software.»

Doch obwohl in der Zwischenzeit im Ingenieurbüro die Erwartungen an BIM gestiegen waren, blieben die Resultate ähnlich unbefriedigend wie ein Jahr zuvor. «Insbesondere im Thema Bewehrung hatten wir uns grössere Effizienzgewinne erhofft», so Reinhard. Auch beim zweiten Anlauf war man in einer Sackgasse gestrandet.

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Stv. Chefredaktor Baublatt

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