Was wird zurzeit im Thurgau und in Schaffhausen gebaut?

Was wird zurzeit im Thurgau und in Schaffhausen gebaut?

Teaserbild-Quelle: PD
Projekte im Thurgau und Schaffhausen

In der Thurgauer Grenzstadt Kreuzlingen hält das Hickhack ums überlange neue Stadthaus an. Während in Rickenbach das höchste Gebäude des Hinterthurgaus entsteht, sind die Schaffhauser Hochhausprojekte in Neuhausen am Rheinfall noch blockiert. Ein Überblick.

Projekte im Kanton Thurgau

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Stadt Kreuzlingen

Hickhack ums neue Stadthaus

Kreuzlingen – Seit 1991 stösst die Verwaltung der Grenzstadt auch an räumliche Grenzen. Dennoch wartet Kreuzlingen weiterhin auf ein neues Stadthaus. Vor drei Jahren schien ein denkbar knapper Volksentscheid das unendliche Trauerspiel zu beenden. Mit lediglich fünf Stimmen Unterschied nahm das Kreuzlinger Stimmvolk den Neubau eines 111,3 Meter langen Verwaltungsgebäudes auf der Festwiese beim Bärenplatz an. Doch gegen die öffentlich aufzulegende Abweichung vom Baureglement gingen Einsprachen ein, die noch hängig sind. Ein Initiativkomittee will nun gar eine zweite Volksabstimmung erzwingen, um das 50-Millionen-Projekt definitiv zu bodigen.

www.kreuzlingen.ch

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PD

Aussicht auf gute Genesung

Mammern – Direkt am Untersee liegt die Klinik Schloss Mammern, die Patienten eine Rehabilitation in gehobenem Ambiente bietet. Diesen Anspruch will sie mit dem geplanten neuen Bettentrakt noch untermauern. Für 51,8 Millionen Franken entstehen 34 Patientenzimmer, darunter gegen den See hin sechs Suiten mit Panoramawohnraum, gesondertem Esszimmer und grosser Terrasse. Grundsätzlich werden alle liegenden Patienten eine unverstellte Sicht in den Park oder auf den See geniessen können, dafür sorgt die Zürcher Baumann Roserens Architekten AG mit ihrem siegreichen Projekt. Bis im Frühling 2022 soll der neue Bettentrakt fertiggestellt sein.

www.klinik-schloss-mammern.ch

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PD

Auf solidem Fundament in die Höhe

Rickenbach – Über Jahrhunderte wurde in der Mühle Rickenbach Getreide gemahlen. Anstelle des 50-jährigen Getreidesilos entsteht nun ein 15-stöckiger Neubau mit 44 Wohnungen, acht Ateliers und Gewerberäumen. Grundlage für das mit 52 Metern höchste Gebäude des Hinterthurgaus ist die intakte 1,4 Meter dicke Bodenplatte der rückgebauten Mühle, die eigentlich für viel grössere Lasten dimensioniert ist. Verläuft alles nach Plan können die Mieter ab Sommer 2021 die Aussicht von der begehbaren Dachterrasse auf die Wiler Altstadt und den Säntis geniessen. Auch der angrenzende Mühleweiher mit Badehaus steht ihnen dann zur freien Verfügung.

www.muehlerickenbach.ch

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Architekten Koller, Kintat und Bienert / PD

Schlag auf Schlag zum Bad

Frauenfeld – Das in den 70er-Jahren erbaute Hallenbad der Thurgauer Kantonshauptstadt ist sanierungsbedürftig. Der Zustand ist so schlecht, dass sich die Stadt Frauenfeld gleich für einen Neubau entschieden hat. Für 33 Millionen Franken soll so rasch als möglich das im Wettbewerb siegreiche Projekt «Tag am Meer» der Arbeitsgemeinschaft Koller, Bienert, Kintat aus Baden und Zürich realisiert werden. Da die Zeit drängt, wird das Stimmvolk bereits im Mai 2020 über den Baukredit befinden können. Unabhängig davon muss das Dach des bestehenden Hallenbads ebenfalls spätestens 2020 erneuert werden, da es den statischen Anforderungen nicht mehr genügt.

www.frauenfeld.ch

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PD

Das Zentrum weiterbauen

Arbon – Mit dem 70-Millionen-Projekt «Neue Stadtmitte» will die Vögele Immobilien Gruppe das Arboner Stadtzentrum stärken. Der 110 Meter lange zweigeschossige Sockelbau mit den vier unterschiedlich hohen Eckaufbauten soll im Geviert zwischen Novaseta, Rosengarten und Hamel zu stehen kommen. Vorgesehen ist eine Mischnutzung: Detailhandel im Erdgeschoss, Dienstleistungen und Büros sowie verschiedene Wohnformen darüber. Für den Komplex nach Plänen der Zürcher Sergison Bates Architekten müssten zwei Gebäude weichen. Gebaut werden soll ab 2021, den erfolgreichen Abschluss von Gestaltungsplanverfahren, Ortsplanungsrevision und Zonenplanänderung vorausgesetzt.

www.arbon.ch


Projekte im Kanton Schaffhausen

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Stadt Schaffhausen

Neuer Hotspot in der Altstadt

Schaffhausen – Für die Entwicklung des Kammgarn-Areals spannen Stadt und Kanton Schaffhausen zusammen. Der Westflügel der heute grösstenteils leer stehenden Fabrikhallen soll sich mit neuem Leben füllen. Nach der Sanierung sollen im Erd- und 1. Obergeschoss die städtische Bibliothek und Ludothek einziehen, im 4. Obergeschoss innovative Unternehmen. Das 2. und 3. Obergeschoss will der Kanton für 9,6 Millionen Franken kaufen und dort die Pädagogische Hochschule Schaffhausen (PHSH) unterbringen. Der Kammgarnhof würde durch eine Tiefgarage von den Parkplätzen befreit und aufgewertet. Die Nettoinvestitionen sollen 31,2 Millionen Franken betragen.

www.stadt-schaffhausen.ch

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PD

Hoch hinaus beim Naturwunder

Neuhausen am Rheinfall – Die zweitgrösste Schaffhauser Gemeinde will eigentlich ernst machen mit der Verdichtung. Doch am Neuhauser Industrieplatz oberhalb des S-Bahn-Bahnhofs sind derzeit gleich zwei Grossprojekte blockiert: die 60 Millionen Franken teure Überbauung «Quartier offene Mitte» (siehe Visualisierung) und der dreiteilige 34-Millionen-Gebäudekomplex «Industrieplatz Nord». Gegen das neue Quartier ist vor Obergericht eine Einsprache wegen Schattenwurfs hängig. Gegen das baubewilligte Nord-Projekt werden Schaffhauser und Schweizer Heimatschutz gemeinsam vor Obergericht rekurrieren: Bei einem Hochhaus so nahe am Rheinfall solle der Bund ein Wörtchen mitreden.

www.neuhausen.ch

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PD

Die Quadratur des Spitals

Schaffhausen – Das Kantonsspital Schaffhausen ist in die Jahre gekommen. Weil eine Gesamtsanierung bei laufendem Betrieb undenkbar ist, soll auf dem Geissberg bis 2025 ein quadratischer Ersatzneubau mit einer Seitenlänge von 82 Metern entstehen – nach Plänen der Arbeitsgemeinschaft Bollhalder Eberle Architektur / Itten+Brechbühl AG. Angesichts der Entwicklungen im Gesundheitswesen mehren sich jedoch in Schaffhausen die Expertenstimmen, die für die rund eine Viertel Milliarde Franken teure Spitalerneuerung einen Marschhalt fordern. Davon ungeachtet will der Schaffhauser Regierungsrat bereits im Herbst das Vorprojekt präsentieren.

www.spitaeler-sh.ch

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Stv. Chefredaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind Baustellen-Reportagen sowie Themen der Digitalisierung, neue Bauverfahren und Geschäftsmodelle.

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