Zwischen Freiraum und Fliessband

Zwischen Freiraum und Fliessband

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Teaserbild-Quelle: Hannes Henz
 
Seit 100 Jahren ist die Monosuisse in Emmen LU verankert. Heute werden grosse Teile des Industriestandortes nicht mehr benötigt, weshalb das Unternehmen ein neues Quartier von stattlichem Ausmass plant. Erster Schritt ist ein städtebauliches Projekt der Zürcher EM2N Architekten.
 
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Auslagern auf Netz: Nylonstrümpfe, Pneus, Architekturgewebe

Chemiefasern sind das Kerngeschäft von Monosuisse. Das Unternehmen hiess ursprünglich Viscosuisse und wurde 1906 gegründet. Zunächst wurde in der Farbrik in Emmenbrücke Kunstseide aus Viscose-Filamentgarne für die Produktion von Kunstseide hergestellt. Es folgten weitere technische Garne, zum Beispiel für die Reifenindustrie. 1950 wurde die erste schweizerische Nylonfabrik gebaut, wo Garne für die Textilindustrie entstanden. Bis in die 80er-Jahre war die Viscosuisse einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region und beschäftigte rund 3000 Personen.

Nach der Stilllegung der letzten Viscose-Produktionsanlagen 1980 entwickelte sich das Unternehmen zu einem führenden Produzenten von Polyamid- und Polyestergarnen. Wegen internationalem Kostendruck wurde die Produktion dieser Garne aber immer schwieriger in der Schweiz. Schliesslich kaufte das Ostschweizer Industrieunternehmen Sefar den Bereich für monofile Garne und rettete so 150 Arbeitsplätze. Das solide Familienunternehmen übernahm ab 2009 die Verantwortung für den Produktionsbetrieb und für das gesamte Betriebsareal in Emmenfeld. Die neugegründete Monosuisse AG behauptet sich seither erfolgreich auf dem Weltmarkt. Ihr Produktionsprogramm umfasst präzise und hochwertige Monofilamente, die aus einer Faser bestehen und oft dünner als ein Haar sind. Sie werden unter anderem für die Produktion von Siebdruck- und Filtrationsgeweben verwendet, die wiederum in der Medizin oder in der Abwasserreinigung zum Einsatz kommen. Zu den Spezialitäten gehören Monofilamente mit besonderen physikalischen, chemischen und thermischen Eigenschaften. Diese werden dank ihrer Flammfestigkeit zur Herstellung von Architekturgeweben für Innen- und Aussenanwendungen eingesetzt. Heute beschäftigt Monosuisse in der Schweiz und Polen über 300 Mitarbeiter.

Weil die Monosuisse, die Eigentümerin des Betriebsareals ist, nur noch rund einen Viertel der Arealfläche von 84000 Quadratmetern benötigt, hat sich das Unternehmen zu diesem städtebaulichen Projekt entschieden. (ka)