«Uptown» wird das höchste Gebäude der Stadt

«Uptown» wird das höchste Gebäude der Stadt

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Teaserbild-Quelle: zvg
Am westlichen Rand der Stadt Zug, direkt beim neuen Eisstadion Herti, entsteht die neue Überbauung Uptown. Der Geschäfts- und Wohnkomplex wird mit seinen 18 Geschossen künftig alle anderen Gebäude der Stadt überragen. Er soll 86 Millionen Franken kosten.


Im Hinblick auf ihren Standort gibt sich die Stadt Zug gerne modern und urban. Dass der Neubau Uptown als neues Wahrzeichen angepriesen wird, das an «Modernität und Attraktivität kaum zu überbieten ist», verwundert deshalb nicht sonderlich. Bei der Überbauung Uptown scheint der Lobgesang aber nicht völlig übertrieben. Denn das neue Haus besitzt tatsächlich einen urbanen, zukunftsgerichteten Charakter. Dies verdankt es vor allem seiner trapezförmigen Gestalt, seiner klaren Linienführung und seiner Glasfassade.

Speziell an Uptown ist zudem, dass es sich dabei um ein «Scheibenhochhaus» handelt. Ein Hochhaus wird dann so genannt, wenn sein Körper – unabhängig von seiner Fassadenkonstruktion – dem einer Scheibe ähnelt: lang und schmal im Grundriss, schmal und hoch in der Querfassade, breit und hoch in der Längsfassade. So wie eben das Hochhaus Uptown.

Laut Stadtpräsident Dolfi Müller fügt sich das neue Gebäude trotz seines futuristisch anmutenden Aussehens ausgezeichnet in das Gesamtbild der Stadt Zug ein. Müller ist zudem davon überzeugt, dass der Bau seine Umgebung künftig «wesentlich prägen wird». Auch deshalb, weil Uptown das höchste Gebäude der Stadt Zug sein wird.

Überbauung wird 60 Meter hoch

Wie einer Medienmitteilung der Bauherren zu entnehmen ist, soll Uptown in erster Linie Wohnraum anbieten. Und zwar für Menschen, die Wert auf stilvolles und grosszügiges Wohnen in einem modernen urbanen Umfeld legen. Gleichzeitig bietet der Neubau aber auch Platz für Gastronomie, Büro- und Verkaufsflächen.

Erschlossen wird die 18-geschossige und 60 Meter hohe Überbauung durch zwei Treppenhäuser. Im Erdgeschoss entstehen ein Restaurant und Geschäfte. Gleich darüber befinden sich die Büroräume auf knapp 4700 Quadratmetern. Vom 6. bis ins 17. Stockwerk sind 70 Zweieinhalb- bis Fünfeinhalb-Zimmerwohnungen angelegt, verteilt auf rund 8000 Quadratmetern. Im Dachgeschoss des Hochhauses wird auf 200 Quadratmetern die Skylounge eingerichtet. Sie wird über einen eigenen Lift erreichbar sein. «Obwohl sich das Gebäude in Privatbesitz befindet – es gehört einem Immobilienfonds der Credit Suisse –, wird die Nutzung der Skylounge für jedermann offen stehen», versichert Müller. Die öffentliche Nutzung war am 24. Februar 2008 an einer Volksabstimmung entschieden worden, als das Projekt noch in Händen der Stadt Zug lag. Nach der Abstimmung verkaufte die Stadt das Areal mit dem baubewilligten Projekt an die Anliker AG. Diese wiederum veräusserte es an den Immobilienfonds der Credit Suisse.

Gebäude sind miteinander verwandt

Das Scheibenhochhaus wird direkt neben dem neuen Eisstadion Herti errichtet. Das Stadion lässt die Stadt Zug durch die Anliker AG für 61 Millionen Franken errichten. Das städtische Bauvorhaben beinhaltet neben dem Eisstadion Herti (Fertigstellung im Sommer 2010) aber auch ein überdachtes Ausseneisfeld (Fertigstellung im Herbst 2011) sowie einen Stadtplatz (Fertigstellung im Winter 2011) und ein öffentliches Parkhaus (Fertigstellung im Frühling 2011).

Obwohl die Überbauung Uptown und das Eisstadion Herti zwei völlig verschiedene Bauprojekte sind, gibt es zwischen den beiden Bauten eine Beziehung. Die aus Blech bestehenden Stehfalzdächer der beiden Gebäude sind nämlich miteinander verbunden. «Die grossen Fassadenflächen des Stadions werden zudem mit Streckmetall eingekleidet, sodass das Ganze zum Schluss wie ein aufgespanntes Gitternetz wirkt», erklärt der Architekt Andi Scheitlin. So will man die Verwandtschaft der beiden Gebäude zusätzlich betonen. Analog zu diesem Gitternetz des Stadions bestehen die horizontalen Fassadenbrüstungsbänder und die sie verbindenden einzelnen vertikalen kurzen Wandstücke im Fensterbereich des Hochhauses nämlich aus glatten Metallplatten. So wird erreicht, dass die Fassade als eine die Glas-/Fensterflächen überlagernde Gitter-/Netzstruktur wahrgenommen wird und die Verwandtschaft der beiden Gebäude untermauert.

Uptown selbst besteht aus einer Struktur, die bewusst wenig statische Elemente aufweist. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Mietflächen sehr individuell eingerichtet werden können. Die Büroflächen haben im Grundausbau zusätzlich einen bereits erstellten Doppelboden. «Auf diese Weise können die Räumlichkeiten jedem Bedürfnis gerecht werden», erklärt Scheitlin. (Florencia Figueroa)
 
 

Hintergrund

Der Neubau Uptown erfüllt die Anforderungen des neuen Gütesiegels «greenproperty». Das Gütesiegel wurde vom Real Estate Asset Management der Credit Suisse zusammen mit dem Ingenieur- und Planungsbüro Amstein + Walthert in Zürich entwickelt und ist laut Credit Suisse in der Schweiz das erste Nachhaltigkeitsrating, das eine gesamtheitliche Beurteilung und Qualifizierung von Immobilien ermöglicht. Es bemisst die Nachhaltigkeit einer Investition nach den fünf Kriterien Nutzung, Infrastruktur, Energie, Materialien und Lebenszyklus. Der Minergie-Standard ist Bestandteil der Anforderungen von «greenproperty». Mit der Zertifizierung der Gebäude und der jährlichen Überprüfung werden unabhängige, akkreditierte Experten beauftragt. (pd)