Städtisches Flair statt Käse

Städtisches Flair statt Käse

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Teaserbild-Quelle: zvg
Für rund 170 Millionen Franken entsteht im Herzen von Thun ein neues Stadtzentrum. «Puls Thun» umfasst Wohnungen, Büro- und Verkaufsflächen, «Rex Thun» mit seinem Multiplexkino und Hotel dient vornehmlich der Freizeitgestaltung. Mit dem Wegzug des Molkereibetriebs Emmi wurde das Industrie- und Gewerbeareal frei.
 
Mitten in Thun entstehen unter Federführung der Marazzi Generalunternehmung AG bis 2012 zwei Projekte, die städtebauliche Akzente setzen und wirtschaftliche Impulse auslösen sollen. Mit der Baueingabe für «Puls Thun» und «Rex Thun» kann nun die Realisierung der beiden Projekte beginnen.
 
Auf dem ehemaligen Emmi-Areal im Herzen von Thun wurde während 150 Jahren Käse hergestellt. Mit dem Verlegen der Produktion per Ende 2009 nach Langnau im Emmental ist das Industrie- und Gewerbeareal für eine Umnutzung frei geworden. Gleichzeitig konnte auch die gegenüberliegende Parzelle in die Planung miteinbezogen werden. «Als wir mit Emmi über das frei werdende Areal verhandelten, wurde bekannt, dass der Kinobetrieb expandieren wollte», erzählt Benno Degen, Projektleiter von Marazzi Generalunternehmung. «Da ergab sich die Möglichkeit, die beiden Areale zusammenfassen.» So entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit den Zürcher Architekten Holzer Kobler für die beiden Baufelder «städtebaulich zukunftsweisende» Projekte, wie es in der Projektbeschreibung heisst. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt rund 170 Millionen Franken.
 
Laut Marazzi ergänzen sich «Puls Thun» und «Rex Thun» und machen den Ort auf einer Gesamtfläche von rund 12 000 Quadratmetern zu einem Zentrum für Jung und Alt. Geplanter Baubeginn für «Rex Thun» ist Juni 2011, der Start für «Puls Thun» ist auf den Mai 2012 vorgesehen.
 

Multifunktional: «Puls Thun»

Für rund 120 Millionen Franken entsteht mitten in Thun ein neues Stadtzentrum zum Flanieren, Einkaufen, Arbeiten und Wohnen. «Puls Thun» bietet Raum für grosszügige Verkaufsflächen und Büroräumlichkeiten sowie Wohnungen zu marktfähigen Preisen und Räume für betreutes Wohnen. «Mit der geplanten Mischnutzung soll ein breites Publikum angesprochen werden. Personen, die auf dem Gelände arbeiten, einkaufen, wohnen, essen oder flanieren möchten. Die Einkaufsmöglichkeiten, die Thun insgesamt bereichern werden, sind nicht nur für die einheimische Bevölkerung, sondern auch für Anwohner aus angrenzenden Kantonen und Touristen attraktiv», meint dazu Projektleiter Benno Degen.
 
Seit 1952 prägt der Bau des Kinos Rex den Guisan-Platz in Thun. Die Geschichte auf der Parzelle Marti (dem Inhaber und Betreiber des Kinos Rex) geht aber weiter zurück. Bereits im Vorgängerbau, im Restaurant Löwen, suchten die Bewohner von Thun in einem Kinosaal Ablenkung vom Alltag.
 
Das Areal soll sich zu einem modernen und vielseitigen Freizeit- und Wohnkomplex entwickeln. Ergänzend zu «Puls Thun» bietet «Rex Thun» ab Ende 2012/13 weitere Möglichkeit der Freizeitgestaltung. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Franken führt die Thuner Kinotradition weiter, verbindet diese aber mit einem Mix aus Arbeits-, Freizeit- und Wohnangeboten. Es entstehen ein Multiplexkino mit fünf Sälen, ein Cityhotel mit etwa 100 Zimmern, Dienstleistungsflächen und Gastronomiebereiche. Ergänzt wird das Angebot durch Mietwohnungen.
 
Die Projekte seien noch nicht ausgearbeitet, sagt Degen. Klar sei bisher nur, dass es sich dabei um kompakte Volumina handle. Was die Fassaden angehe, so denke man über farbliche Nuancen nach. «Sicher ist bisher nur, dass der Wohnturm, wie auch auf der Visualisierung ersichtlich, dunkler gestaltet werde. In Richtung Bahnseite denke man an eine metallische Wirkung der Fassade, während man gegen die Stadt hin eine murale Fassadenwirkung plane.
 
Für die konzeptuelle und gestalterische Planung von «Puls Thun» und «Rex Thun» führte Marazzi im Sommer 2007 einen Studienauftrag durch, an dem sich sieben renommierte Architekturbüros beteiligten. Aus den eingegangenen Vorschlägen entschied sich die Jury einstimmig für das Projekt von Holzer Kobler Architekturen aus Zürich. Ihr Entwurf verstehe es besonders gut, die Gestaltung der Aussenräume gewinnend zu differenzieren und interessante Abfolgen von gut dimensionierten und nutzbaren Räumen zu schaffen. «Die Architektur versucht auf eine eigenständige und assoziative Art und Weise, eine Antwort auf die Geschichte, die Lage und die Bedeutung des Ortes zu finden. Besonders überzeugend ist der prominent und geschickt gesetzte, mit der Gewerbestrasse korrespondierende Eingang zu den Verkaufsflächen», heisst es im Jurybericht.
 
Die Baukörper werden auf einem ehemaligen Gewerbe- und Industriegebiet stehen, das durch seine bisherige Nutzung dicht und abwechslungsreich überbaut ist. Gemäss Jury sind die Eigenarten des Areals von Holzer Kobler einfühlsam analysiert worden. Die geplante Stellung und Fassadenstruktur der Neubauten entspreche so einerseits der bisherigen Nutzung, verleihe dem neuen Stadtteil aber andererseits ein frisches, urbanes und eigenständiges Gesicht. Zudem integriere das Projekt die bestehenden historischen Bauten optimal in den neuen Kontext, was ebenfalls zur nachhaltigen städtebaulichen Ausrichtung von «Puls Thun» und «Rex Thun» beitrage. (sz/pd)