St. Gallen: Regierung will Berufsschulen erneuern – Neubau für Kanti Wattwil

St. Gallen: Regierung will Berufsschulen erneuern – Neubau für Kanti Wattwil

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Teaserbild-Quelle: Michael D. Schmid, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org

Die Kantons- und die Berufsfachschule in Wattwil sollen für 108 Millionen Franken einen gemeinsamen Campus mit einem Kanti-Neubau erhalten. Für 111 Millionen Franken will die Regierung ausserdem das Berufs- und Weiterbildungszentrum in der Stadt St. Gallen sanieren und erweitern. Der Kantonsrat berät die zwei Kredite in der April- und in der Junisession. Voraussichtlich im November 2019 hat das Volk in einer Abstimmung das letzte Wort.

Das Gebäude der Kantonsschule Wattwil ist 45 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Aufgrund seiner Statik und Struktur ist es ausserdem nur begrenzt anpassbar. Deshalb ist der Kanton St. Gallen zum Schluss gekommen, dass nur ein Neubau sinnvoll ist. Im Fall des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg, das heute auf zwei Standorte in Wattwil und Liechtensteig verteilt ist, sieht es etwas anders aus. Der Standort Wattwil, das Hauptgebäude, wurde 1976 eröffnet und 1989 erweitert. In einigen Jahren werden laut einer Mitteilung des Kantons die Fassade, die Fenster und das Dach einen grossen Instandsetzungsbedarf aufweisen. Die insgesamt unbefriedigende Situation soll durch einen gemeinsamen Campus Wattwil gelöst werden. «Mit dem Sportareal Rietstein besitzt der Kanton ein Grundstück, das sich ideal für den Neubau der Kantonsschule eignet und die einmalige Gelegenheit bietet, für beide Schulen bauliche und betriebliche Synergien zu nutzen», heisst es im Communiqué weiter. Insgesamt 108 Millionen Franken sollen in das Projekt investiert werden: 73,5 Millionen für den Neubau der Kantonsschule und 34,5 Millionen für die Erneuerung und Erweiterung des BWZ Toggenburg. Ein möglicher Verkaufserlös durch die bisherige Kanti ist nicht eingerechnet. Der Kantonsrat berät das Bauvorhaben in der April- und Junisession. Voraussichtlich im November haben die Stimmbürger das Wort. Bei einem Ja könnten 2020 der Architekturwettbewerb und 2022 die Bauarbeiten starten.

Vorgesehen ist, zunächst den Neubau der Kantonsschule zu realisieren. Nach der Fertigstellung im Jahr 2025 wird das bisherige Schulgebäude an der Näppisuelistrasse frei, sodass das BWZ einziehen kann. Danach soll das bisherige BWZ an der Bahnhofstrasse erneuert und erweitert werden. «Das gesamte Projekt wird voraussichtlich 2028 abgeschlossen. Dank der gestaffelten Umsetzung kann auf Provisorien verzichtet werden», schreibt der Kanton.

Weniger Standorte

Das zweite Bauvorhaben betrifft das Gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum an der Demutstrasse in der Stadt St. Gallen. Nach mehr als 40 Jahren Betrieb ist das Gebäude dringend sanierungsbedürftig. Wie der Kanton schreibt, zeigen sich vor allem im Brandschutz grosse Mängel. Ausserdem sei die Haustechnik grösstenteils veraltet, und die Gebäudehülle erfülle in keiner Weise die heutigen energetischen Anforderungen. Des Weiteren genügen die Räume den Bedürfnissen eines zeitgemässen Schulbetriebs nicht mehr. Deshalb soll der Bau für rund 111 Millionen gesamthaft erneuert und mit einem Schultrakt erweitert werden: 55,7 Millionen entfallen auf die Sanierung, 33,6 Millionen auf den Erweiterungsbau und drei Millionen auf ein Provisorium. Auch über diesen Kredit wird der Kantonsrat in der April- und Junisession beraten, und auch hier soll das Stimmvolk im November zu Wort kommen. Stimmt es dem Kredit zu, soll Anfang 2020 ein Architekturwettbewerb lanciert werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2024 vorgesehen, der Abschluss 2030.

Das Gebäude soll mit der Sanierung Gruppenräume und Lernzonen erhalten. Ausserdem sollen sowohl die Küche als auch die Mensa erneuert werden. Im Erweiterungsbau zwischen dem nördlichen Trakt und der Sporthalle sollen die zwei entfernten Standorte an der Zürcherstrasse 430 und der Grütlistrasse 1 Platz finden. Heute ist das Gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum auf insgesamt sieben Standorte verteilt. (mt/pd)