Solaranlagen stecken an

Solaranlagen stecken an

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Teaserbild-Quelle: Rob Glover, CC BY-SA 2.0

Was mein Nachbar hat, will ich auch: Ob Solarpanels auf dem eigenen Dach installiert werden, hängt vom sozialen Umfeld ab. Das zeigt eine aktuelle Studie.

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Rob Glover, CC BY-SA 2.0

Gretchenfrage: Wie hat es mein Nachbar mit Solarpanels – und was macht das mit mir?

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein zentraler Punkt in der Energiewende. Stromverbraucher in Deutschland unterstützen den Bau von Solarpanels durch eine Abgabe im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), wobei eine starke lokale Konzentration zu beobachten ist. Welche Gründe es hierfür gibt, hat der Mannheimer Ökonom Christoph Siemroth gemeinsam mit seinen Kollegen Justus Inhoffen von der Universität Amsterdam und Philipp Zahn von der Universität St. Gallen in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, ein Solarpanel zu bauen steigt, wenn Nachbarn und Bekannte auch eins haben.

11‘000 Gemeindepaare ausgewertet

Für ihre Untersuchung haben die Wissenschafter Datensätze der vier deutschen Netzbetreiber verwendet, welche die Installationszeitpunkte und Postleitzahlen aller EEG-geförderten Solarpanels von 2000 bis 2012 umfassten. Um den Effekt sozialer Interaktion auf den Panelausbau zu berechnen, suchten sie für jede Gemeinde mit existierenden Panels, eine vergleichbare Gemeinde, wo noch kein Panel installiert wurde. Denn nur in einer Gemeinde mit existierenden Panels können soziale Interaktionen stattfinden, etwa wenn Betreiber von ihren Erfahrungen berichten und eine Panelinstallation empfehlen. Die Forscher beobachteten dann die Unterschiede im Panelausbau für alle Paare solcher vergleichbaren Gemeinden über den Zeitraum von einem Jahr. Insgesamt wurden rund 11‘000 Gemeindepaare für die Analyse ausgewertet.

Soziale Interaktion beeinflusst

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Hypothese, dass soziale Interaktion den Panelausbau massgeblich beeinflusst: Die Anzahl der neu installierten Panels ist in Gemeinden mit existierenden Solarpanels um etwa 50 Prozent höher als in den vergleichbaren Gemeinden ohne Panels. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein weiteres Panel innerhalb eines Jahres installiert wird, ist um etwa 25 Prozent höher. Der soziale Effekt auf den Panelausbau ist in Gebieten mit höherer Sonneneinstrahlung und niedrigerer Arbeitslosigkeit stärker. Dieser beeinflusst den Panelausbau aber auch in weniger geeigneten Gebieten mit niedriger Sonneneinstrahlung, wenn auch in abgeschwächter Form. (PD/gd)