Sanierung des Gasteig sorgt für Fragezeichen

Sanierung des Gasteig sorgt für Fragezeichen

Teaserbild-Quelle: Architektur Henn, Visualisierungen MIR
Sanierung des Gasteig sorgt für Fragezeichen

Der Gasteig in München soll demnächst aufwendig saniert und erweitert werden. Dass dies nach Entwürfen des deutschen Büros Henn geschehen soll, hat bei den unterlegenen Mitbewerbern Fragen aufgeworfen.

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Architektur Henn, Visualisierungen MIR

Das Gebäude wird um einen Glasbau, um die sogenannten Kulturbühne, erweitert.

Er ist das Zuhause der Münchner Philharmoniker, der Volkshochschule der bayrischen Metropole und der Stadtbibliothek: der Gasteig. Mit jährlich rund zwei Millionen Besuchern gilt das Kulturzentrum europaweit als eines der grössten seiner Art.

Nach Entwürfen der Architektengemeinschaft Raue, Rollenhagen, Lindemann und Grossmann erbaut und 1984 eröffnet, soll das Gebäude nun umfangreich saniert sowie an neue Bedürfnisse angepasst werden. Die Stadt hatte dazu einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro Henn aus München für sich entscheiden konnte. Herzstück ihres Siegerprojektes bildet die "Kulturbühne" respektive eine balkenförmige Erweiterung aus Glas, welche die einzelnen Gebäudeteile über drei Etagen hinweg miteinander verbindet. Die Architekten wollen so dem Gasteig "eine neue Transparenz" verleihen und ihn zur Stadt hin öffnen.

Allerdings erachten nicht alle das Projekt als transparent. Zumindest Henns Konkurrenten: Nachdem letzten Mai drei Vorschläge zu Siegerprojekten gekürt worden waren – neben jenem Henns auch diejenigen der Auer Weber Architekten aus München sowie der Wulf Architekten aus Stuttgart – wurden die Büros beauftragt, ihre Werke bis Herbst zu überarbeiten. Eike Rollenhagen, einer der Architekten des ursprünglichen Gasteig, hatte sich auch zu den Vorschlägen geäussert. Medienberichten zufolge dahingehend, dass er nur den Vorschlag Henns gutheisst, da dieser die Architektur des Baus am ehesten respektiert.

Wulf und Auer Weber haben nun rechtliche Schritte ergriffen. Wie das deutsche Architekturnewsportal Baunetz.de berichtet, befürchten sie, dass die Bewertungskommission ihren Entscheid nicht frei gefällt hat. Um das Risiko zu minimieren, dass Urheber Rollenhagen gegen den Umbau klage und diesen dadurch verzögere, sei die Wahl auf Henn gefallen... Gut möglich, dass es nun länger als geplant dauert, bis die Bauarbeiten aufgenommen werden. (mai)