Operation am offenen Spital

Operation am offenen Spital

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Teaserbild-Quelle: Stefan Breitenmoser

Das Kantonsspital Graubünden investiert in den nächsten Jahren 430 Millionen Franken in seine Infrastruktur. Als grosse Herausforderung steht dabei, das Spital für die Zukunft fit zu machen und gleichzeitig den Betrieb aufrechtzuerhalten. Spitalarchitekt Stefan Knobel behält immer den Überblick, damit  der Umbau funktioniert.

Mehr Behandlungen und Operationen, mehr Personal und Patienten und immer höhere Anforderungen und Ansprüche. Als Zentrumsspital der Südostschweiz ist das Kantonsspital Graubünden (KSGR) in den letzten Jahren überproportional gewachsen und kämpft aufgrund dessen in der Hochsaison mit Platzproblemen und Engpässen. Im Jahre 2000 wurde deshalb als erster Schritt das Bettenhaus D neu gebaut und andere Gebäude saniert. Doch damit allein ist das Spital noch nicht für die künftigen Anforderungen gerüstet, schliesslich nimmt nicht nur die Patientenzahl, sondern auch die Spezialisierung immer mehr zu. Ausserdem ist das KSGR mit 2150 Angestellten mittlerweile nach dem Kanton der zweitgrösste Arbeitgeber in Graubünden und behandelt pro Jahr 17 600 Fälle stationär und 71 000 Fälle ambulant. Um künftig noch besser und professioneller arbeiten zu können, fiel deshalb im Oktober 2014 der Startschuss für das 430 Millionen Franken teure Projekt «Sanierung, Umbau und Neubau» (SUN).

Herzstück des Projektes mit dem etwas umständlichen Namen ist der Neubau des Hauses H mit unterirdischer Parkgarage an der Loëstrasse. Der Entwurf für das sechsstöckige und 136 Meter lange Gebäude stammt aus der Feder von Astrid Staufer und Thomas Hasler. Das Frauenfelder Architekturbüro war 2008 mit ihrem Projekt «By Pass» als Sieger aus dem offenen Wettbewerb mit 45 Teilnehmern hervorgegangen. Gebaut wird das Haus H in zwei Etappen (H1 und H2). Denn erst mit Inbetriebnahme des Hauses H1 kann mit dem Bau von H2 begonnen werden, da dafür das Haus A West abgebrochen werden muss. Das wird voraussichtlich 2020 der Fall sein.

Damit alles klappt, ist Spitalarchitekt Stefan Knobel permanent vor Ort. Der St. Galler hat den Titel «Spitalarchitekt» von seinem Vorgänger Ernst Casty übernommen. Er stieg hier erst ein, als das Bauprojekt schon fast fertig war. Zuvor war er 16 Jahre lang als Leiter für Gesundheitsbauten für die Spitalvorlagen des Kantons St. Gallen verantwortlich, also für die Vorbereitung von Spitalneu- und -umbauten zuständig. Als Spitalarchitekt sitzt Knobel nun an der Schnittstelle zwischen Betrieb und Baustelle, eine Aufgabe, die viel Koordination, Kooperation, Information und Einfühlungsvermögen erfordert. Denn der Spitalbetrieb läuft trotz Bauarbeiten ununterbrochen weiter. „Bisher gab es nur einen Fall, dass wir die Arbeiten wegen des Spitalbetriebs unterbrechen mussten. Es dauerte allerdings nur rund 30 Minuten», sagt der Spitalarchitekt. Ansonsten sei bisher alles reibungslos gelaufen. «Das liegt vor allem daran, dass die Baustelle viel Rücksicht nimmt und der Nutzer nicht so empfindlich ist, weil er weiss, was er kriegt.»  (Stefan Breitenmoser/cb)

 

Den kompletten Artikel lesen Sie im Baublatt 1729/30, das am Freitag, den 21. Juli 2017 erscheint.