Neuer Tsukiji in Toyosu: Der Fischmarkt von Tokio ist eröffnet

Neuer Tsukiji: Moderner Fischmarkt von Tokio ist eröffnet

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Teaserbild-Quelle: zvg
Neuer Tsukiji-Markt eröffnet

Der Umzug war seit langem geplant, nun ist es endlich soweit: Nach der Schliessung des berühmten Fischmarktes Tsukiji, einer der grössten der Welt, hat Tokio nun einen neuen modernen Grossmarkt für Meerestiere aller Art.

Am vergangenen Wochenende hatte der veraltete Tsukiji-Markt – einer der beliebtesten Touristenziele in Tokio – nach 83 Jahren den Betrieb eingestellt. Die alten Markthallen in Tsukiji sollen abgerissen und in Vorbereitung der Olympischen Spiele 2020 Platz für Parkplätze und Strassen schaffen. Als neuer Standort für einen moderneren Grossmarkt für Meeresziele sollte die künstliche Insel Toyosu dienen.

Eigentlich sollte der alte Tsukiji-Markt schon vor zwei Jahren umgezogen sein. Jedoch musste der Untergrund des neuen Standorts aufgrund von hochgradiger Verseuchung mit Umweltgiften wie Benzol und Arsen zunächst aufwendig saniert werden. Früher stand hier eine Gasfabrik. Erst noch im Juli hatte die Stadtverwaltung das Gelände für sicher erklärt. Dennoch bleibt der neue Standort weiter unter Beobachtung, nachdem im Grundwasser teilweise erneut Benzol festgestellt worden war.

5200 Lastwagen für Umzug im Einsatz

Am Donnerstag begann nun der Handel am neuen Standort. Für das allgemeine Publikum öffnet der Markt erst am Samstag seine Pforten. Rund 900 Unternehmen mussten ihr Geschäft für die Eröffnung nach Toyosu verlegen. Gemäss dem Newsportal Asienspiegel waren allein für den Umzug geschätzt 5200 LKWs nötig. Ebenfalls im Einsatz waren vergangenes Wochenende rund 300 der berühmten, dreirädrigen Turret Trucks (japanische Medien berichteten, siehe Tweets unten).

Der neue Markt hat eine Fläche von 40 Hektar und ist damit etwa 70 Prozent grösser als der alte Tsukiji-Markt. Der moderne Komplex mit Geschäften und Restaurants besteht aus drei Gebäuden, hat Aussichtsplattformen für Touristen und bietet Touren für Besucher an. Von einem Obergeschoss können Besucher zudem die Thunfisch-Auktionen, wo Tiere für mehrere tausend Euro den Besitzer wechseln, hinter Glas beobachten. Bisher konnten nur maximal 120 Gäste den frühmorgendlichen Auktionen beiwohnen, allerdings konnten sie dabei noch nahe den Fischen stehen. (pb/sda/dpa)