Luzerns Hausberg erhält eine neue Krone

Luzerns Hausberg erhält eine neue Krone

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Für 30 Millionen Franken sanieren die Pilatus-Bahnen die zwei Gipfelhotels auf dem bekannten Ausflugsberg sowie die Talstation in Alpnachstad. Neu wird eine gedeckte Panoramagalerie gebaut.

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Die Bautätigkeit auf und am Pilatus ist auf vier Schwerpunkte verteilt: die Sanierung des Hotels Pilatus-Kulm, der Neubau der Panorama-Galerie, die Sanierung des Hotels Bellevue und eine Verbesserung der Infrastruktur der Talstation Alpnachstad. Die Arbeiten finden zwischen Oktober 2009 und Frühjahr 2011 statt. Bauen auf dem Berg ist aufgrund sowohl logistischer als auch meteorologischer Rahmenbedingungen äusserst anspruchsvoll und stellt höchste Anforderungen an Bauleitung und Unternehmer. So erfolgen An- und Abtransport von Material für die Um- und Neubauten mit den Bahnen oder per Helikopter. Im Frühling, Sommer und Herbst soll mit der Zahnradbahn und der Seilbahn, im Winter allein mit der Seilbahn so viel Material wie möglich transportiert werden. In Alpnachstad respektive Kriens wird ein Zelt aufgestellt, das als Materiallager dient. Die grösste Herausforderung besteht in der Gewährleistung des reibungslosen Nebeneinanders von ordentlichem Betrieb und Baustelle. Während der Bauphase müssen Pilatus-Touristen mit Einschränkungen rechnen.

Das denkmalgeschützte historische Hotel Pilatus-Kulm wurde zwischen 1890 und 1903 in drei Etappen gebaut. 1949 und 1990 erfolgten grössere Renovationen. Vor rund zehn Jahren wurde im ersten Untergeschoss die Produktionsküche realisiert und ein Selbstbedienungs-Restaurant eingebaut. Das Hotel Pilatus-Kulm wird sich als historisches Berghotel im oberen Drei-Sterne-Segment positionieren. Aus den heutigen Zimmern entstehen 27 komfortable Gästezimmer und drei Suiten. Die grosszügigen Zimmer präsentieren sich neu im modernen alpinen Stil. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Badezimmer mit WC, Lavabo und Dusche. Das Hotel Pilatus-Kulm wird mit einem neuen Gästelift ausgestattet und rollstuhlgängig.

Der historische Queen-Victoria-Saal wird zum À-la-carte-Restaurant, und das Dohlenstübli und der Cheminée-Saal werden aufgefrischt. Im heutigen Restaurant Pilatus Stübli entstehen der Hoteleingang, die Lobby und eine Bar.

Aus dem heutigen Panorama-Restaurant wird neu das Pilatus-Businesscenter mit vier Bankett-Seminarräumen und einer Anbindung an das Mythen Foyer und das Dragon Forum. Diese Räumlichkeiten können dank Schiebewänden flexibel als vier Einzelräume oder aber als eine grosse Gesamtfläche genutzt werden. Die neuen Räumlichkeiten werden mit modernster Seminarinfrastruktur ausgerüstet.

Die Panoramagalerie soll nach dem Willen der Bauherrschaft dem Pilatus die Krone aufsetzen. Die einprägsame, kristallin wirkende Silhouette des Pilatus-Massivs wird in die neue Panoramagalerie aufgenommen und in architektonischer Form weiterentwickelt. Die Rundumverglasung erlaubt einen freien Blick auf die atemberaubende Bergwelt. Die wind- und wettersichere Panoramagalerie verbindet das Hotel Pilatus-Kulm mit dem Hotel Bellevue und dient als Dreh- und Angelpunkt, der die Besucherströme regelt und auch bei schlechtem Wetter zum Verweilen einlädt. Das Gastronomieangebot wird erweitert und der Eingangsbereich für das Hotel Bellevue mit Rezeption, Information, Ticketverkauf und Büros neu gestaltet. Auf der Panoramagalerie entsteht die Panoramaterrasse mit 1000 Quadratmetern Fläche, die unter freiem Himmel ein spektakuläres Panorama bietet. Die neuen Flächen in und auf der Panoramagalerie eignen sich für Events und Ausstellungen jeder Art.

Für die verbesserte Logistik wird im Bereich der Bergstation der Zahnradbahn ein neues Gebäude entstehen. Darin werden neu der Warenumschlag und die Energiezentrale platziert.Das ehemalige Hotel wurde nach einem Brand 1963 als Rundbau neu erbaut. Im Erdgeschoss befinden sich zurzeit ein Souvenirshop, Büros und die Technik. Das erste Obergeschoss beherbergt zwei Restaurants mit Küche, im zweiten und dritten Obergeschoss befinden sich Gästezimmer. Das Hotel Bellevue bleibt im heutigen Dreisternebereich bestehen, die Gästezimmer werden nicht umgebaut. Hingegen entstehen aus den zwei Restaurants, der bedienten Taverne und dem Express mit Selbstbedienung ein Selbstbedienungs-Restaurant; ausserdem wird die Küche erneuert. Gegen Westen hin wird ein neuer Hauptzugang ab der Panoramaterrasse zum Restaurant erstellt. Die Brüstungen erhalten eine rund 60 Zentimeter hohe Windschutzverglasung, um die Terrassennutzung zu verbessern.

Ein Ausflug auf den Pilatus beginnt meist in der Talstation der Pilatus-Bahn. Die Gleise der steilsten Zahnradbahn der Welt nehmen ihren Anfang in Alpnachstad und überwinden auf dem Weg zum Berggipfel eine Höhendifferenz von 1629 Metern und eine maximale Steigung von 48 Prozent. Für die Talstation ist eine neue Platzgestaltung vorgesehen. Konkret sind ein Ticketpavillon sowie eine optimierte Gästelenkung und Warteräume vorgesehen. Der Busumschlag ist bei der Ringstrasse beim Ticketpavillon/Bahnhof geplant. Das heutige Restaurant Chalet bleibt als Bistro am jetzigen Standort und wegen des Denkmalschutzes mit leichten Anpassungen bestehen. Vor und neben dem Chalet gibt es eine Sommerterrasse. Zusätzlich wird ein neuer Servicepavillon für Lager, Kühlraum und mit einer öffentliche WC-Anlage gebaut. (pd/küm)