Klettern im Wochentakt

Klettern im Wochentakt

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Teaserbild-Quelle: Bild: zvg
Trotz verspäteten Baubeginns und des strengen Winters konnten die Rohbauarbeiten für den Mobimo Tower in Zürich im Mai 2010 termingerecht abgeschlossen werden. Einen wichtigen Beitrag zum rationellen Bauablauf leistete auch die Schalungstechnik.
 
 

Beim 81 Meter hohen Hotel- und Wohnungsturm Mobimo kam das bewährte System mit Kletterbühnen und Teleskopschachtbühnen von Holzco-Doka zum Einsatz. Für die 24 Geschosse waren 27 Klettertakte erforderlich, die in knapp 13 Monate Rohbauzeit abgewickelt werden konnten. Die komplexen Schalungseinrichtungen wurden im 5-Tage-Rhythmus versetzt. Die Arbeiten aller Klettertakte liessen sich mit den gleichen Schalungselementen durchziehen, obwohl sie beim enormen Bautempo, wie auch bei den Wetter- und Windeinflüssen höchsten Belastungen ausgesetzt waren.
 
Nach dem Betonieren der Decken wurden die vorfabrizierten Betonfertigteile versetzt. Dazu waren pro Geschoss je 33 Stützen und Wandriegel «just in time» anzuliefern und am Deckenrand anzubringen. Am zweiten Tag wurde die Deckenschalung gesetzt. Darauf folgten die Armierung und die zum Teil komplizierten Einlagen, die individuell eingemessen und vor dem Einbringen des Betons kontrolliert wurden. Das Betonieren der Geschossdecken erfolgte in zwei Hälften mit einer Kubatur von 180 Kubikmeter. Vorgezogen wurden in einer weiteren Etappe die Kernwände ausgeführt. Diese wurden halbgeschossweise geklettert.

Effiziente Schalungstechnik

Als Schalung kamen das Klettersystem MF240 mit Framax Xlife-Rahmenschalung und für die Decken Dokamatic-Tische der Holzco Doka-Schalungstechnik AG, Niederhasli, zum Einsatz. Der Gebäudekern wies zu den Decken einen Vorlauf von drei Geschossen auf.
 
Als Kletter- und Wandschalungen wurden insgesamt 26 MF-Klettereinheiten eingesetzt, die zu 13 Kletterbühnen montiert waren. Die 16 Schachtbühnen wurden aus 32 Teleskopschachtträgern gebildet. Die rund 900 Quadratmeter Wandschalung bestanden aus Framax-Xlife-Schalungselementen von 3,3 Metern Höhe, die für das 14. und das 23. Obergeschoss um 45 Zentimeter erhöht waren. Dadurch ergaben sich Etappenhöhen im Normbereich von 2,95 bis 3,15 Metern und in den beiden aufgestockten Bereichen von 3,7 Metern. Sämtliche Schächte sind mit Framax-Ausschalecken ausgerüstet. Als Besonderheiten der von Holzco Doka entwickelten Schalungskonzeption ist zu erwähnen, dass mit MF-Einheiten ohne Nachlaufbühnen mit direkt folgender Decke gearbeitet wurde.
 
Als Deckenschalung für die Hauptgeschossflächen kamen rund 1000 Quadratmeter Dokamatic-Tische mit Passflächen für direkt eingebaute Notabspriessung zum Einsatz. In den Ergänzungsbereichen wurden Dokaflex-Tische und Sonderanfertigungen angewendet. Um den Arbeitstakt für Kern und Decke einhalten zu können, wurden zwei komplette Deckenschalungen vorgehalten.
 
Die Umsetzung der Schalungselemente erfolgte mit den beiden Hochbaukranen. Eingesetzt wurden zwei Kletterkrane von Liebherr mit Hakenhöhen von 106 und 98 Metern, die durch zwei Verankerungen im Abstand von sechs Geschossen am Gebäude fixiert sind.
 
An Beton wurde bis und mit zweitem Obergeschoss Transportbeton der Qualität C50/60 verwendet, anschliessend kam Beton C30/37 zum Einsatz. Die Gesamtkubatur erreichte 21 000 Kubikmeter und wurde vom Betonwerk der Agir AG geliefert; der Antransport auf die Baustelle erfolgte problemlos, wobei sich die Vorteile von Transportbeton zeigten. Die Pumparbeiten besorgte die Firma a3-Betonpumpen. Diese setzte dafür eine stationäre Betonpumpe und einen Pumpenturm von Putzmeister ein, der über drei Geschosse eingespannt ist.

Arbeitssicherheit gross geschrieben

Bezüglich Sicherheit waren angesichts der exponierten Arbeitsplätze die grosse Höhe und die Steigzonen zu berücksichtigen. So gelangen in den Treppenhäusern Fertigelemente für die Treppen und Ortbeton für die Podeste zum Einsatz, wofür Öffnungen in den Schachtbühnen angebracht wurden. Auf der Kernschalung wurden die MF-Geländerhöhen mit zwei beziehungsweise drei Metern ausgeführt und alle Öffnungen mit Gummidichtlippen verschlossen. Für den Zugang wurden die neuen Doka-Treppentürme 250 eingesetzt, welche besonders hohe Sicherheitsansprüche erfüllen.
Auch beim 36-stöckigen PrimeTower in Zürich kam Schalungstechnik von Holzco Doka zum Zuge. Dort ermöglichte der Kletterautomat SKE ein Klettern ohne Kran.  Die komplizierten Gebäudekerne konnten damit im Wochentakt betoniert werden. Charakteristisch war das 12,5 Meter hohe Schutzschild Xclimb 60, das mit einer Abwicklungslänge von 170 Metern das Gebäude umschloss. ( Curt M. Mayer)