Klare und einfache Linien für die Stadt der Alpen

Klare und einfache Linien für die Stadt der Alpen

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Teaserbild-Quelle: zvg
Nach langem Hin und Her erhält die Stadt Thun für 170 Millionen Franken ein neues Fussballstadion inklusive Mantelnutzung. Das Projekt zeichnet sich vor allem durch seine gute Integration in die Umgebung aus.
 
 
Mit dem vor Kurzem erfolgten Spatenstich für ein neues Fussballstadion hat sich die Stadt Thun einen Traum erfüllt. Denn dank dem neuen Stadion wird es dem FC Thun weiterhin möglich sein, in den obersten Ligen (Super League und Challenge League) mitzuspielen.
 
Noch vor wenigen Jahren sah es ganz danach aus, als ob der FC Thun ausgespielt hätte. Nicht etwa weil die Mannschaft schlecht gewesen wäre, sondern weil das alte Fussballstadion den Anforderungen der obersten Liga nicht genügte. Ein neues Stadion musste also her. Doch das von der Stadt Thun vorgeschlagene Sportzentrum inklusive Fussballstadion schickten die Stimmberechtigten 2006 mit einem wuchtigen Nein bachab. Erst im Jahr 2007, als eine private Investorengruppe, bestehend aus der HRS Hauser Rutishauser Suter AG und der Arco Real Estate Development SA, das Projekt in die Hand nahm, wurde der Weg frei für das neue Fussballstadion und damit auch für den FC Thun.
 
Gemeinderätin Ursula Haller bezeichnet die Tatsache, dass private Investoren das Stadionprojekt zu einem guten Ende geführt haben, denn auch als «einen absoluten Glücksfall». Damit spricht sie so manchen Thunern aus dem Herzen, die sich laut Berichten, angesichts der Ungewissheit im Vorfeld, vor Freude kaum halten können.

Stadion passt gut zur Umgebung

Das Projekt kann sich denn auch sehen lassen: Gebaut werden soll ein 170 Millionen teures Fussballstadion mit 10 000 Plätzen, ein Einkaufszentrum und ein Parkhaus mit 900 Plätzen. Im 15 000 Quadratmeter grossen Einkaufszentrum sind ein Baufachmarkt, ein Grossverteiler, Gastronomie, ein Fitness-Center, eine Tankstelle und Ladenflächen für Dritte geplant. Zwischen dem Stadion und dem Einkaufszentrum soll zudem noch ein öffentlicher Platz gebaut werden.
 
Das Stadion ist auch mit dem ÖV erreichbar. So wird ein Bus künftig direkt zum Stadion fahren. Auch an Fuss- und Velowege wurde gedacht. Zudem stehen 1300 Veloabstellplätze zur Verfügung. Laut Jury-Bericht zeichnet sich das Projekt «ThunSüd» vor allem durch seine optimale Dimensionierung aus, die der Eigenart und den Bedürfnissen der Region angepasst ist. Ausschlaggebend für die Wahl dieses Projekts war zudem die klare und einfache Gliederung in Stadion, Einkaufszentrum, Fachmarkt und Umgebung.
 
Gemäss den Architekten soll das Fussballstadion hell und elegant wirken. Die vorhangartige Aussenhülle wurde so angelegt, dass sie den Blick auf den Kern, die Arena, freigibt. Die Tribünen, durch Treppen zu erreichen, sollen sich zu einer steilen, gedeckten Schale mit 10 000 Plätzen fügen.
 
Im Kontrast zum Stadion wird das Einkaufszentrum wie ein grosser Fels wirken. Steinern und monolithisch, ist es in erdig-warmen Farbtönen gehalten. Zentrum des Gebäudes ist eine lichtdurchflutete, doppelgeschossige Mall. Für das Stadion und das Einkaufszentrum ist Minergie-Standard vorgesehen, auf der Dachfläche soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Florencia Figueroa
 
 
 
Hintergrund
Nachdem die Stimmberechtigten 2006 dem Projekt der Stadt Thun eine Absage erteilt hatten, zog sich die Stadt ganz aus der Planung zurück. Statt ihrer realisiert nun eine private Investorengruppe, bestehend aus der HRS Hauser Rutishauser Suter AG und der Arco Real Estate Development SA, das neue Fussballstadion mit Mantelnutzung.
 
Die Investorengruppe, die rund 170 Millionen Franken für das Projekt aufwendet, ist jedoch nicht die Besitzerin des Stadions. Besitzerin und Betreiberin wird die zu diesem Zweck gegründete Genossenschaft Fussballstadion «ThunSüd». Die Genossenschaft soll einerseits den Betrieb des neuen Fussballstadions sicherstellen und anderseits den FC Thun fördern.
 
Um den Betrieb des Stadions sicher zu stellen, wird die Genossenschaft im März eine hundertprozentige Tochtergesellschaft namens Stadion Thun AG gründen. Sie soll künftig für den Betrieb des Stadions zuständig sein.
Eigentümerin des Einkaufszentrums wird die Migros-Tochter Liegenschaften-Betrieb (LiB-AG), die das Zentrum an die Migros weitervermieten wird. Inzwischen hat die LiB-AG das Zentrum auf den Namen «Panorama-Center» getauft. Wie Heinz Klauser, Unternehmensleiter der LiB-AG in Zeitungsberichten erklärt, hat man sich bei der Namensgebung vom schönen Panorama (die Alpensicht) inspirieren lassen. Ausserdem solle der Name darauf hinweisen, dass mit dem «Panorama-Center» für den Besucher das Panorama der Einkaufsmöglichkeiten erweitert wird.
 
Das Fussballstadion hat bisher noch keinen Namen erhalten, weil die Namensrechte noch nicht verkauft werden konnten. (ffi)
 

Info

Beteiligte

Bauherr
Genossenschaft Fussballstadion ThunSüd
 
Planer/Entwickler und Investoren
HRS Hauser Rutishauser Suter AG, Frauenfeld TG
Arco Real Estate Development SA, La Tour-de-Peilz VD
 
Totalunternehmer
HRS Hauser Rutishauser Suter AG, Bern
 
Generalplaner
Itten+Brechbühl AG, Bern
 
GP-Planungsteam
Itten+Brechbühl AG, Bern
Brügger Architekten, Spiez BE
pool Architekten, Zürich
 
HKLS
Energieatelier AG, Thun BE
 
Elektro
Hefti.Hess.Martignoni, Aarau
 
Bauphysik, Akustik
Gartenmann Engineering AG, Bern
 
Umwelt, Verkehr
B+S Ingenieur AG, Bern
 
Sicherheit, Brandschutz
Hautle Anderegg + Partner AG, Bern
 
Statik
Ribi und Blum AG, Romanshorn TG
Theiler Ingenieure, Thun BE
 
 

Eckdaten

  • Plätze total: rund 10 000; davon rund 6600 Sitz-, 350 Business- und 3460 Stehplätze (Heimfans)
  • Super-League-taugliches Fussballstadion
  • rund 50 Presseplätze
  • rund 18 TV-/Radio-Plätze
  • über 1000 m2 VIP-Zone (Lounge)
  • Spielfeldgrösse: 105 x 68 m
 

Zeitplan

Spatenstich: 17. Februar 2010
Eröffnung Fussballstadion: Sommer 2011, Eigentümerin: Genossenschaft Fussballstadion «ThunSüd»; Betreiberin: Thun A
Eröffnung Einkaufszentrum: Herbst 2011, Eigentümerin: LiB-AG