Investitionen müssen sein

Investitionen müssen sein

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Teaserbild-Quelle: zvg
Die Gemeinde Kriens LU lanciert die Erneuerung ihres Ortszentrums. Für insgesamt 150 Millionen Franken, wovon 20 Millionen Franken von der Gemeinde beigesteuert werden, soll von 2012 bis 2018 das neue Zentrum entstehen. Die Investitionen der Gemeinde sind trotz angespannter Finanzlage dringend nötig.
 
Im Kerngebiet der Gemeinde Kriens LU soll bis 2018 und für rund 150 Millionen Franken ein neues Zentrum realisiert werden. Das Projekt mit Namen «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum» besteht aus den vier Teilprojekten «Zentrum Pilatus», «Wohnpark Teiggi-/Gemeindehaus-Areal», «Feuerwehr/Werkhof Eichenspes» sowie «Kultur/Jugend/Gewerbe Schappe Süd».
 
Herzstück der Krienser Zentrumsplanung ist das Teilprojekt «Zentrum Pilatus». Dabei handelt es sich um ein Dienstleistungszentrum, das auf dem Pilatus-Areal zwischen der Gemeindehaus-, Luzerner und Güterstrasse gebaut werden soll. Im Mittelpunkt dieses neuen Gebäudes steht ein Gemeindesaal für 500 Personen. Zusammen mit einem grosszügigen Foyer soll er laut Gemeinderat zum Schauplatz des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Kriens werden. In das Gebäude werden die Gemeindeverwaltung, mehrere Verkaufsgeschäfte sowie Dienstleistungsbetriebe sowie die Polizei und private Mieter einziehen. Für die Finanzierung des 46 Millionen Franken teuren Baus kommen ein Privatinvestor und die Gemeinde auf, die rund zehn Millionen Franken in den geplanten Saal investiert. Die Bauarbeiten beginnen ab 2016.
 
Beim Teilprojekt «Wohnpark Teiggi-/Gemeindehaus-Areal» handelt es sich um eine Wohn- und Geschäftsüberbauung mit altersgerechten Wohnungen, die auf den Zentrumsgrundstücken der Teiggi und des Gemeindehaus-Areals sowie auf den angrenzenden Grundstücken der Luzerner Pensionskasse (LUPK) zu stehen kommen soll. Das denkmalgeschützte Gemeindehaus bleibt erhalten.
 
Mit der Schaffung von Wohnraum im Zentrum können laut Gemeinderat unterschiedliche Ansprüche sinnvoll erfüllt werden. Zum einen seien es die gesellschaftlichen Veränderungen, denen Rechnung getragen werden kann. So hätten einerseits viele Menschen den Wunsch, im Alter in eine altersgerechte Wohnung an zentraler Lage ziehen zu können. Anderseits sei die Zentrumslage aber auch für junge Familien attraktiv. Gleichzeitig will der Gemeinderat mit der Schaffung von Wohnraum im Zentrum der Zersiedelung Einhalt bieten. Im Falle von Kriens komme hinzu, dass wertvolles privates und öffentliches Bauland mitten im Zentrum brachliege, sprich mit Immobilien belegt ist, die baulich in einem desolaten Zustand sind und ersetzt werden müssen.
 
Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Franken und wird durch private Investoren gestellt, unter anderem durch die Luzerner Pensionskasse (LUPK). Die Gemeinde verkauft – auf der Grundlage des bis Ende 2010 genehmigten Bebauungsplans – ihre Grundstücke. Das Projekt soll ab 2013 in mehreren Bauetappen realisiert werden.
 

Gut angelegtes Geld

Auf dem Areal Schappe Süd steht seit Jahrzehnten das Provisorium für die Feuerwehr und den Werkhof. Sie brauchen dringend einen neuen Standort. Das Teilprojekt «Feuerwehr/Werkhof Eichenspes» sieht deshalb vor, dass im Eichenspes ein neues Feuerwehr- und Werkhofgebäude als Werkhalle gebaut werden soll. Der Gemeinderat hat mehrere Standorte für Feuerwehr und Werkhof geprüft. Der Eichenspes an der Obernauer-strasse hat sich als die beste Variante herausgestellt. Laut Gemeinderat bietet das vorliegende Wettbewerbsprojekt in jeglicher Hinsicht eine optimale und sehr flexible Gesamtlösung und weist zudem das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis auf.
 
Für den Neubau ist mit Investitionen in der Grössenordnung von rund 13 Millionen Franken zu rechnen. Die Realisierung und die Finanzierung erfolgt durch die Gemeinde, das Grundstück bleibt in deren Eigentum. Ab 2012 soll gebaut werden.
 
Das vierte und letzte Projekt, das «Kultur/Jugend/Gewerbe Schappe Süd», soll in den alten Schappe-Hallen untergebracht werden. In den Hallen geplant ist ein neues Kultur- und Jugendzentrum mit Gewerberäumen. Die Hallen sind im Inventar schützenswerter Kulturobjekte aufgelistet. Es wird weitgehend in die bestehende Bausubstanz des heutigen Werkhofs und Feuerwehrdepots integriert und mit einem Neubau ergänzt. In den Hallen sind auch Räume für die Musikschule vorgesehen. Die Kosten für dieses Projekt werden auf etwa 11,5 Millionen Franken geschätzt. Der Gemeinderat will die Investition für diese Bauten auf maximal 9,5 Millionen Franken beschränken. Zeitpunkt der Realisierung ist das Jahr 2014.
 
Trotz angespannter Finanzlage ist der Gemeinderat davon überzeugt, dass die Gemeinde Kriens in den nächsten Jahren gezielt investieren muss. Denn Gebäudekomplexe wie Pilatus, Teiggi oder Schappe Süd hätten dringenden Erneuerungsbedarf, weil sie in einem sehr schlechten Zustand und deswegen durch einen Neubau zu ersetzen seien. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass ein Flickwerk die Gemeinde mittel- und langfristig teuer zu stehen käme. Wenn in ein lebendiges Krienser Zentrum investiert würde, bringe das mehr Wertschöpfung, mehr Lebensqualität und letztlich auch mehr Steuereinnahmen. Die rund 20 Millionen Franken, die die Gemeinde Kriens für das 150 Millionen teure Projekt «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum» ausgibt, seien deshalb gut angelegt. (ffi/mgt)